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Milben

in Krankheiten und Verletzungen 08.05.2012 20:36
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Milben

Merkmale
Milben gehören zu der Unterklasse der Spinnentiere. Die kleinsten Milben sind nur etwa 0,1 Millimeter gross, weshalb man sie mit blossem Auge meist nicht erkennen kann. Die etwas grösseren Milben z.B. Raubmilben kann man gerade noch so erkennen und sehen aus wie bewegliche Schuppen. Oft ist ihr Körperbau oval, aber es gibt zahllose Ausnahmen.
Weltweit gibt es etwa 50‘000 bekannte Arten, wobei davon ausgegangen wird, dass noch nicht alle entdeckt wurden.
Milben sind nicht besonders schnell, deshalb nutzen viele von ihnen andere Tier, wie z.B. Insekten als Transportmittel.
Gemessen an ihrer Körpergrösse gehört die Milbe, insbesondere eine tropische Hornmilbenart zu den stärksten Tieren der Welt. Sie ist dazu fähig, das 1200- fache ihres Körpergewichts zu halten.




Lebensweise

Milben leben einfach gesagt überall dort, wo tierische oder pflanzliche Nahrung anfällt. Besonders bekannt sind vor allem Hausstaubmilben, deren Kot bei einigen Menschen heftige allergische Reaktionen auslösen können. Hausstaubmilben haben sich auf das Zusammenleben mit Menschen spezialisiert, deshalb findet man sie fast ausschliesslich in menschlichen Behausungen, während sie im Freien nur geringe Überlebenschancen haben. Die meisten Hausstaubmilben befindet man wiederum im Bett, also in der Matratze, im Deckbett und den Kissen (höchste Konzentration). Aber auch in Polstermöbeln können sie sich ansiedeln.
Eine hohe Luftfeuchtigkeit und warme Temperaturen begünstigen die Vermehrung von Milben, während Nahrungsmangel aufgrund des eher geringen Bedarfs kaum vorkommt. Mit der Atemluft scheidet ein Mensch pro Nacht 200- 400 ml Wasser aus. Hinzu kommt die Körperwärme, deshalb gibt es milbenfreie Kopfkissen nicht, denn selbst gereinigte Kissen enthalten immer noch einige 10‘000 Milben, während längere Zeit ungewaschene bis zu 400‘000 Milben beherbergen.
Während Hausstaubmilben sich auf Menschen spezialisiert haben findet man Ohrmilben, Haarbalgmilben und Grabmilben eher auf Haustieren.
Milben kennen in der Regel keine saisonalen Aktivitätsunterschiede, da sie ständige Bewohner ihrer Wirte sind und deren Körper immer ausreichend warm ist. Milben sind auf ihren Wirt angewiesen, können aber je nach Art auch mal ein paar Tage ohne Nahrung überleben.

Milben bei Streifenhörnchen
Milben gehören in der Innenhaltung zu den am meisten anzutreffenden Ektoparasiten bei Streifenhörnchen. Da Milben jedoch allgegenwärtig sind, kann man deren Einnistung auch in der Innenhaltung nicht vollständig verhindern. Zu beachten gilt es, dass sich in einer unsauberen, zu selten gereinigten Voliere Milben rascher vermehren können. In einer zu häufig desinfizierten Voliere andererseits, kann das Immunsystem, von Streifenhörnchen erlahmen und wodurch keine ausreichenden Abwehrkräfte gebildet werden können. In der Regel kann ein gesundes Streifenhörnchen die Existenz von Milben bis zu einem gewissen Grad gut verkraften, ohne Symptome zu zeigen. Wenn aber die Abwehrkräfte durch Stress, Mangelerscheinungen oder Krankheiten usw. geschwächt sind, können Milben überhand nehmen und einem Streifenhörnchen zusetzen.

Symptome
Ein geringer Befall von Milben wird von den meisten Säugetieren ohne gravierende Reaktionen toleriert. Bei einem massiven Befall kann es jedoch zu Juckreiz und aufgrund des Kratzens zu entzündlichen Reaktionen und Haarausfall kommen.
Die Ausscheidungen von Hausstaubmilben können bei manchen Menschen zu teils hefigen allergischen Reaktionen führen (Hausstauballergie). Ohne Behandlung und geeigneten Massnahmen kann es bei Hausstaub- Allergiker zu einem späteren Zeitpunkt zu Asthma kommen.
Haarbalgmilben leben in den Haarbälgen von Säugetieren. Bei geschwächtem Immunsystem können sie zu Erkrankungen der Haut führen, die als Demodikosen bezeichnet werden. Das erste Zeichen einer Demodikose ist zumeist Haarausfall (Alopezie), der entweder an wenigen Stellen oder auch am ganzen Körper auftreten kann. Im weiteren Verlauf kann es zu einer bakteriellen Sekundärinfektion z.B. durch Staphylokokken kommen. Dadurch kann es zu einer Haarbalgentzündung (Follikulitis) oder zu Hautentzündungen kommen.

Krankheitsüberträger
Die Milben selbst übertragen in der Regel keine Krankheitserreger, aber je nach Art und Stärke des Befalls kann es zu indirekten Symptomen und Folgeerkrankungen kommen, die in der Fachwelt unter den Begriff Acariasis fallen:
Grabmilben bohren Gänge in die Haut ihres Wirts, um dort ihre Eier abzulegen. Dies verursacht bei Betroffenen sehr starken Juckreiz mit Krustenbildung. Dieses Krankheitsbild wird auch Krätze (Menschen) oder Räude (Tiere) genannt und kann schwere Verlaufsformen annehmen. Für befallene Menschen gilt in vielen Ländern bereits bei Verdacht ein Verbot des Aufenthalts und Arbeitens in Gemeinschaftseinrichtungen.
Die Herbstgrasmilbe ruft bei Menschen die sogenannte Erntekrätze hervor. Die Symptome treten in der Regel nach einigen Stunden aber spätestens 24 Stunden nach dem Abfallen der Larven in Erscheinung. Hautfalten und warme Körperregionen unter eng anliegenden Kleidern sind bevorzugte Infektionsstellen. Symptome sind Juckreiz, Hautrötungen und Pusteln (ähnlich Mückenstichen, aber in grösserer Anzahl. Die Beschwerden klingen meist spontan nach 10 – 14 Tagen wieder ab.
Raubmilben (der Gattung Cheyletiella) können eine Hauterkrankung namens Cheyletiellose auslösen. Eine Cheyletiellose ist hochansteckend und spielt vor allem in grösseren Tierbeständen, in Zuchten oder im Zoohandel eine grössere Rolle. Der Befall kann erst mal ohne Symptome verlaufen. Durch den Juckreiz können dann aber durch Selbstverletzung auch schwerere Hautveränderungen entstehen. Menschen kann die Krankheit auch befallen. Dabei kann es zu juckenden Pusteln am Bauch und an den Armen kommen, die aber ohne weiteren Kontakt mit infizierten Tieren nach etwa 2 - 3 Wochen abheilen.

Prophylaxe und Therapie

Bei einem überbordenden Befall mit Milben können bei Haustieren spezifische Spot-on-Präparate oder Injektionen eingesetzt werden. Gut verträglich ist beispielsweise Stronghold, das den Wirkstoff Selamectin enthält und sowohl gegen Rundwürmer als auch Ektoparasiten (Insekten und Milben) wirksam ist.
Das Präparat wird direkt auf das Genick des Wirtes aufgetragen. Für Säugetiere, die behandelt werden ist das Mittel ist ungefährlich, dennoch sollte darauf geachtet werden, dass es vom Tier nicht abgeleckt werden kann.
Die Abtötung einer Milben- Population durch Akarizide (Biozide zur Bekämpfung von Milben) ist wenig zielführend, da die Wiedereinschleppung mittels Kleidung, Staub, Lüften etc. sehr schnell vonstattengeht. Ganz verhindern lässt sich also die Einnistung von Hausstaubmilben nicht, aber man kann deren Verbreitung zu mindest ein wenig eindämmen. Folgende Tipps können prophylaktisch eingesetzt werden:
Matratzen sollten von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden. Empfehlenswert sind solche, deren Bezüge gewaschen werden können. Auch Kopfkissen und Deckbett sollten bei 60° waschbar sein und mindestens alle 3 Monate, Bettbezüge wöchentlich gewaschen werden.
Die Kuscheltiere der Kinder sollten wenn möglich ebenfalls bei 60° waschbar und regelmässig gewaschen werden. Allenfalls kann man diese auch mal für ein paar Stunden in den Tiefkühler legen.
Woll- und Liegedecken/ Schlafplätze von Haustieren sollten ebenfalls regelmässig gereinigt werden.
Regelmässiges Lüften (Stosslüftung) der Zimmer hilft die Allergenkonzentration (Kot) in der Luft zu reduzieren.
Die Abwesenheit von Milben in Höhen von über etwa 1200 m über Meer leitet ist dadurch begründet, dass die feuchte, aber kühle Aussenluft bei Erwärmung auf Raumtemperatur extrem trocken wird und somit im häuslichen Bereich keine milbenadäquaten Voraussetzungen bestehen. Aus diesem Grund ist eine Luftfeuchte von unter 50 % anzustreben. Eine Temperaturreduzierung bringt nichts, aber Lüften und Aufheizen der abgekühlten Luft kann sich positiv auswirken
Teppichböden sind bilden hervorragende Versteckmöglichkeiten und deshalb sollte nach Möglichkeit auf Teppiche verzichtet werden, denn abwaschbare Fussböden sind besser.
Regelmässiges Staubsaugen hilft ebenfalls, wobei ein Sauger mit hoher Leistung, bzw. effektivem Filtersystem eingesetzt werden sollte.
Im Schlafzimmer Staubfänger, Blumen/ Pflanzen, Luftbefeuchter und Tiere möglichst vermeiden.
In Stuben möglichst abwaschbare Polstermöbel, bzw. besser Holz- und Ledermöbel verwenden.


Ausführlichere Informationen rund ums Thema Parasiten demnächst auf unserer HP www.burunduk.ch


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
http://www.burunduk.ch
zuletzt bearbeitet 08.05.2012 21:36 | nach oben springen

#2

RE: Milben

in Krankheiten und Verletzungen 08.05.2012 21:33
von Tarzan&Jane | 2.895 Beiträge

Servus Layla!

Wow, du hast dich wieder ordentlich in das Thema hineingekniet! Danke!
Es ist so gut geschrieben - tolle Information, leicht verständlich und nachvollziehbar.
Danke für die tollen Recherchen!

Liebe Grüße
Birgit


P.S. Jukt es denn jetzt überall?


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