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Lichtempfindlichkeit & Sehstörungen bei weissen Streifenhörnchen (Leuzismus & Albinismus)

in Gefahren 07.07.2010 00:39
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Lichtempfindlichkeit bei Leuzismus/ Albinismus
Sowohl Albinismus, als auch Leuzismus führt bei den betroffenen Tieren zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit, was an fellfreien Körperstellen zu einem Sonnenbrand führen könnte. Deshalb sollten bei der Haltung dieser Tiere darauf geachtet werden, dass sie genügend Schattenbereiche haben, in die sie sich zurückziehen können, um der Sonneneinstrahlung zu entfliehen.

Fagopyrismus (Photodermatitis)

Gewisse Nahrungsmittel (z.B. ungeschälte Buchweizen- Nüsschen) enthalten Fagopyrin das phototoxisch wirkt. Das heisst, es bilden sich unter UV-Strahlung Giftstoffe, wodurch die Haut noch empfindlicher auf Sonnenlicht reagiert. Nach dem Verzehr von Fagopyrin kann also eine Art Sonnenbrand auftreten, der als Photodermatitis bezeichnet wird. Die Krankheitssymptome treten in der Regel 24 Stunden nach Verzehr, an ungeschützten Hautpartieren auf (Lippen, Augenlider, Ohren, Vulva). Es kommt zu Bläschen bis hin zu Hautentzündungen, die nekrotisch werden können. Tieren mit Leuzismus und Albinismus sollten daher keine Buchweizen- Nüsschen verfüttert werden, besonders wenn sie draussen gehalten werden.

Unscharfes Sehen bei Albinismus/ Leuzismus
Da bei Tieren mit Albinismus/ Leuzismus der Körper nahezu kein Melanin mehr produzieren kann und daher auch im Auge kaum Melanin vorhanden ist, sind diese Tiere besonders lichtempfindlich. Wenn man in das Auge hineinleuchtet, zeigt sich diese mangelnde Undurchsichtigkeit durch rote Lichtreflexe (bei Fotos sehr gut sichtbar). Da das Licht nicht nur durch die Pupillen hereinkommt, sondern auch die Iris durchdringt, sind für diese Tiere die Kontraste zwischen hellen und dunklen Stellen des Raumes nicht so deutlich erkennbar, was die Sehfähigkeit natürlich beeinträchtigt. Diese ausgeprägte Blendungsempfindlichkeit nennt man auch Photophobie und ist besonders typisch für stark ausgeprägten Albinismus.
Auch der Fleck des schärfsten Sehens (Fovea centralis), ist nicht normal ausgeprägt, da seine Entwicklung ebenfalls durch Melanin beeinflusst wird. Deshalb sind Tiere mit ausgeprägtem Albinismus oft unfähig, das Auge korrekt scharf einzustellen (sie sind deshalb kurz- oder weitsichtig). Bei leuzistischen Tieren ist diese Schwäche nicht so ausgeprägt, weil in der Regel mehr Melanin in den Augen vorhanden ist.

Gestörtes räumliches Sehen bei Albinismus/ Leuzismus
Ausserdem spielt Melanin auch bei der Steuerung der Entwicklung der Sehnerven eine Rolle: Normalerweise ist das Gesichtsfeld unter beiden Gehirnhälften gleichmässig aufgeteilt. D.h. jede Gehirnhälfte hat ihre Seite und bekommt von beiden Augen je einen Teil des Bildes geliefert, wobei sich die Bilder teilweise überlappen. Durch den Vergleich beider Bilder kann jede Gehirnhälfte die Entfernung der Gegenstände berechnen. Beim Albinismus überlappen sich die Bilder teilweise ungleichmässig so dass die zusammengehörigen Bilder in den Hirnhälften nicht mehr immer korrekt verarbeitet werden können. In diesem Fall wird das räumliche Sehen gestört. Deshalb kann man bei Tieren mit Albinismus und in seltenen Fällen auch bei solchen mit Leuzismus beobachten, dass sie zum Fokussieren den Kopf hin und her wiegen.

Soziale Folgen von Albinismus/ Leuzismus bei Tieren
Auch in der Tierwelt ist es oft so, dass abweichend aussehende oder sich ungewöhnlich verhaltende Tiere von ihren Artgenossen ausgegrenzt werden. Die fehlende Tarnung und das durch Albinismus eingeschränkte Sehvermögen sind Selektionsnachteile, die natürlich in der freien Natur dazu führen, dass diese Tiere nur erschwert einen Partner für die Fortpflanzung finden. Bei Nagetieren mit Albinismus konnte ausserdem eine deutlich verminderte Laufleistung und verringerte Aktivität in offenem Gelände festgestellt werden.
In Menschenobhut sieht die Situation indes anders aus. Da die Tiere von ihren Besitzern beschützt und mit Futter versorgt werden, ist stellt die weisse Farbe für das Überleben keinen Nachteil mehr dar. Die mit Albinismus oder Leuzismus verbundene grössere Zahmheit der Tiere (eine weit verbreitete Ansicht) stellt sogar einen erheblichen Überlebensvorteil dar, da sie es den Menschen leichter macht eine Beziehung zu den Tieren aufzubauen.

Liebe Grüsse
Layla & Micha

Text und Fotos Copyright by Michael Hemmi und Layla B.


Liebe Grüsse
Layla


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zuletzt bearbeitet 26.07.2011 21:08 | nach oben springen





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