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Der Gesundheitscheck

in Krankheiten und Verletzungen 07.07.2010 17:58
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Ein krankes Streifenhörnchen muss schnell behandelt werden, um ernsthafte Folgen zu verhindern. Deshalb ist die tägliche Gesundheitskontrolle unumgänglich.

Leider versuchen Streifenhörnchen naturbedingt Krankheitsanzeichen möglichst lange zu verbergen (aus Angst vor Fressfeinden), was dazu führt, dass viele Erkrankungen erst sehr spät erkannt werden. Deshalb ist eine genaue Beobachtung und tägliche Kontrolle besonders wichtig, um allfällige Krankheitssymptome früh erkennen zu können.


Der Gesundheitscheck beim Streifenhörnchen


Der Zustand des Fells

Der erste Blick gilt dem Zustand des Fells. Das Fell von gesunden Tieren weist keine kahlen Stellen auf und ist sauber und glänzend. Struppiges oder lückenhaftes Fell ist hingegen ein deutliches Anzeichen für ein gesundheitliches Problem, welches durch Mangelernährung oder eine Erkrankung hervorgerufen wird. Mit Hilfe eines Tierarztes sollte man die Ursache schnellstmöglich herausfinden und Abhilfe schaffen.

Anmerkung: Nach dem Fellwechsel kann es zeitweise auch zu kahlen Stellen kommen, was keine lebensbedrohliche Situation darstellt. Eine zweiwöchige Kur mit Grapefruitkernextrakt kann eventuell Abhilfe schaffen (bei kleineren Flaschen 1-2, bei grösseren 3-4 Tropfen in die Trinkflasche geben). Wenn dadurch kein sichtbarer Erfolg erzielt wird, liegt die Ursache an einem anderen Ort.

Kahle Stellen im Fell sind oft ein Indiz für Parasiten (Milben, Flöhe, Läuse). In diesem Fall streicht man dem Hörnchen entgegen dem Haarwuchs durchs Fell. So kann man die Parasiten oder Eier meist gut erkennen. Wenn das nicht möglich ist, dann hängt man ein weisses Tuch in die Voliere. Auf dem hellen Stoff sind die Parasiten gut sichtbar. Mit dieser Probe sollte man dann einen Tierarzt aufsuchen, der dann das entsprechende Gegenmittel verschreiben kann.


Zustand der Augen

Trübe Augen ohne Glanz, evtl. mit Ausfluss und Rötungen sind ein deutlicher Hinweis auf eine Erkrankung. Auch in diesem Fall sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Meist steckt hinter diesem Symptom eine ernsthafte Erkrankung.


Zustand der Nase


Die Nase sollte sauber und nicht verkrustet sein. Ansonsten hat das Hörnchen wahrscheinlich eine Erkältung. Natürlich sieht die Nase nach einem „Erdbad“ nicht mehr sauber aus, aber das ist normal. Auch bei Erkältungen sollte man schnell einen Tierarzt aufsuchen, weil es sonst zu einer Lungenentzündung kommen kann.


Zustand der Zähne


Auch die Zähne sollten regelmässig auf eine evtl. vorhandene Fehlstellung oder Überlänge durch schlechte Abnutzung untersucht werden. Bei erblich bedingten Fehlstellungen muss man regelmässig zum Tierarzt, um die Zähne abzuschleifen. Andernfalls muss man die Ernährung umstellen und mehr harte Nahrungsmittel reichen.


Zustand der Ohren

Die Ohren sollten ebenfalls sauber und ohne Schuppen oder Krusten sein, da sonst eine Erkältung oder Parasitenbefall zugrunde liegt. In beiden Fällen sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.


Die Ausscheidungen

Auch die Exkremente des Streifenhörnchens geben einen wichtigen Hinweis auf den Gesundheitszustand. Dünnflüssiger oder übel riechender Kot deutet auf eine ernsthafte Erkrankung hin. Bei Durchfall hat das Hörnchen ausserdem meist einen verklebter After.
Anmerkung: Bei einer plötzlichen Futterumstellung oder reichlich Frischfuttergabe (zu viele Früchte) kann es vorübergehend auch zu Durchfall kommen.

Bei Durchfall ist schnelles Handeln gefragt, weil es durch den Flüssigkeitsverlust schnell zu einem Kollaps kommen kann. Unter Umständen muss man dem Hörnchen bei Dehydration Flüssigkeit einführen und so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen. Wichtig ist aber, das Hörnchen erst zu stabilisieren. Folgende Mischung kann als Flüssigkeitsersatz dienen:

500ml abgekochtes Wasser, ½ Teelöffel Salz und 3 TL Traubenzucker oder ein wenig Honig in eine Einwegspritze aufziehen und oral verabreichen. Etwa alle 15 – 30 Min. verabreichen, bis sich der Zustand verbessert hat.

Zu den zu untersuchenden Ausscheidungen gehört auch der Urin. Trüber, evtl. mit Blut versetzter, Urin ist ein ernsthaftes Warnsignal und deutet meist auf eine bakterielle Infektion hin. Ein Tierarztbesuch ist auch in diesem Fall unerlässlich.


Futterverbrauch


Ein wichtiger Punkt ist auch die tägliche Kontrolle des Futterverbrauchs. Nimmt ein Hörnchen plötzlich deutlich weniger Nahrung auf, als gewöhnlich, ist dies ein erstes Warnsignal. Nun sollte man das Hörnchen gut beobachten. Falls es über längere Zeit weniger Frist oder gar andere Symptome zeigt, sollte man zum Tierarzt gehen.

Anmerkung: Während der Winterruhe ist es normal, dass Streifenhörnchen weniger oder kaum Futter zu sich nehmen. Ausserdem wird die Kontrolle des Futterverbrauchs dadurch erschwert, dass die Hörnchen gerne bunkern. Dies muss natürlich stets bedacht werden.

Liebe Grüsse
Layla & Micha

Text und Fotos Copyright by Michael Hemmi und Layla B.


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
http://www.burunduk.ch
zuletzt bearbeitet 16.12.2010 00:21 | nach oben springen


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