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Sankt Nikolaus – Samichlaus – Weihnachtsmann – Papa Noël – Sinterklaas – Santa Claus - Christkind

in Was nirgendwo hineinpasste 06.12.2010 17:06
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Hallo allerseits

Heute ist in der Schweiz Samichlaus- Tag (Sankt Nikolaus- Tag). Ich habe deshalb etwas im Internet recherchiert und ein paar Informationen und Links besonders für unsere nicht- schweizerischen Mitglieder und Gäste zusammengestellt:

Sankt Nikolaus - Samichlaus
Die Figur des Sankt Nikolaus ist eine Verschmelzung zweier historischer Personen: Dem Bischof Nikolaus von Myra, der wahrscheinlich im 4. Jahrhundert gelebt hat und dem gleichnamigen Abt von Sion. So entwickelte sich seit dem 6. Jahrhundert also aus zwei historischen Personen die fiktive Figur des wundertätigen Bischofs von Myra.

Die schweizerische Bezeichnung „Samichlaus“ lässt aber noch eine weitere Vermutung zu:
Aus alten Sagen, Legenden und Bräuchen drängen sich gewisse Bezüge zu den vorchristlichen, keltischen Druiden und zu Samonios (keltisches Fest, vgl. Allerseelen) auf. Der Name Samichlaus könnte also einen weiter in der Zeit zurückliegenden Ursprung haben. Der Name könnte auf einen Eremiten/ Druiden hindeuten, der in einer abgeschiedenen Klause lebte und jeweils an Samonios auftauchte, um ein spezielles Ritual für das gemeine Volk zu zelebrieren.

Angesichts der Tatsache, dass das Christentum sich ausserstande sah, alle heidnischen Bräuche auszumerzen, gingen sie dazu über, diese heidnisch/ keltischen Bräuche mit kirchlichen Festen zu „überlagern“. Aus Samonios oder Halloween wurde Allerheiligen, aus dem Samichlaus wurde der Sankt Nikolaus, das Lichterfest wurde zu Maria Lichtmess umfunktioniert… usw… usw.


Wie dem auch sei, der Nikolaus als Gabenbringer taucht Mitte des 16. Jahrhunderts das erste Mal auf. Er beschenkte Kinder, die fleissig, fromm und brav waren und füllte ihre Stiefel oder Strümpfe mit Nüssen, Lebkuchen und Früchten.


Im Zeitraum der Reformation war der Samichlaustag, das einzige Fest, an dem es für die Kinder Geschenke gab. Weihnachten selbst war zu diesem Zeitpunkt noch ein reines Kirchenfest.

Am Namenstag (6. Dezember) oder am Vorabend machten sich der Samichlaus und seine Helfer (in der Schweiz Schmuzli) auf den Weg, um die Kinder zu beschenken, aber gegebenenfalls auch zu tadeln. Mit einer Rute und einem grossen Sack bewaffnet stellte sich der „böse“ Schmutzli hinter das Kind während der Samichlaus aus seinem goldenen Buch die guten und schlechten Taten verlas. Bei schlechten Eigenschaften machte der Schmutzli dann ordentlich Radau und setzte dazu gezielt seine „Waffen“ ein. Ob mit der Rute klopfen oder in den Sack packen - nicht selten war der bevorstehende Samichlaus- Besuch für Kinder ein Gräuel und ein Grund für schlaflose Nächte.

Doch nach Lob und Schelte, nach einem einstudierten, kleinen Gedicht und nachdem Versprechen, das nächste Jahr noch braver zu sein, beschenkte der Samichlaus die Kinder schliesslich mit Leckereien (Nüsse, Äpfel, Birnen, Orangen, Grittibänz, Lebkuchen, Weihnachtsgebäck, selten Schokolade)


Der Weihnachtsmann
Im 16./17. Jahrhundert brachten Holländische Emigranten den Nikolausbrauch nach Amerika. Aus Sinterklaas wurde Saint Claus und schliesslich Santa Claus. Seitdem verteilt in Amerika und England sowie in all den ehemals englischen Kolonien nur noch der Weihnachtsmann, eine veränderte Form vom Heiligen Nikolaus, die Geschenke. Er füllt in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Strümpfe der Kinder mit Süssigkeiten.

In Amerika wurde aus der typischen Bischofsgestalt ein Santa Claus in Pelz besetztem Mantel und Pudelmütze. Im Laufe der Jahre entfernten sich der Nikolaus und der Weihnachtsmann immer weiter von einander. Massgeblich an der Gestaltung des amerikanischen Santa Claus war Coca- Cola beteiligt, die mit ihrer Werbung dessen heutiges Aussehen massgebend mitgeprägt haben.


Das Christkind
Während der Reformation predigte Martin Luther, dass sich die Bevölkerung direkt an Gott wenden könne, ohne heilige Vermittler. Er schuf den „Heiligen Christ“, um Christus in den Mittelpunkt der Frömmigkeit zu stellen. Dieser hatte auch für die Bescherung der Kinder am Heiligen Abend zu sorgen. Weil der „Heilige Christ“ aber nicht anschaulich genug war, um grosse Popularität zu erlangen, wurde daraus schon bald das „Christkind“. In einigen Regionen wurde diese Tradition beibehalten, während anderswo bereits im 17. Jahrhundert wieder der gabenbringende St. Niklaus übernahm.


Wie habe ich den Samichlaus als Kind erlebt?
Ich hatte noch das „Vergnügen“ einen freundlichen, aber strengen Samichlaus und einen bösartigen Schmutzli zu erleben.

Entsprechend hatte ich immer eine Wahnsinnsangst, bevor der Samichlaus kam.

Wenn es dann wieder soweit war habe ich mich dann jeweils auf den Schoss meines Opas geflüchtet und seine Damen gehalten. Ich bin sicher, ich habe diese so doll gedrückt, dass das Blut nicht mehr zirkulieren konnte.

Der Schmutzi (oder: dr schwarzi Ma = der schwarze Mann) war natürlich schwarz gekleidet und sein Gesicht war ebenfalls schwarz bemalt mit rot geschminkten Augen. Er hat immerzu gewettert und ist in der Stube herum gestampft. Und dann hat er meinem Onkel auch noch eine mit seiner Rute runter gehauen, weil er gegrinst hat. Und immer wenn der Samichlaus etwas Negatives über mich sagte, knurrte und grunzte der Schmutzli und öffnete seinen Sack…

... ihr könnt euch also ausmalen, wie das für mich war!


Und wie ist das heute?
Heute gibt es in der Schweiz sowohl den Samichlaus (6. Dezember) als auch das Christkind (24. / 25. Dezember).

Während der Samichlaus die Kinder auf die kommenden Festtage einstimmt, ist das Hauptfest jedoch klar das Weihnachtsfest. Somit dürfte das Christkind bei schweizer Kindern höher im Kurs liegen…

Der traditionelle Samichlaus trägt eine Mitra und einen Bischofstab. Das Gewand erinnert sehr an kirchliche Festtagsgewänder. Die Farbe variiert regional und reicht von weiss, rot, blau, bis hin zu lila.

Heute sieht man aber auch vermehrt amerikanische Santa Claus- Versionen in rotem Mantel mit weissem Pelz, Kapuze oder Zipfelmütze.

In der Regel kann man einen Samichlaus, samt Schmutzli nach Hause bestellen, die Handhabung ist aber regional sehr unterschiedlich. Der Samichlaus liest die guten und weniger guten Eigenschaften der Kinder aus seinem Buch vor, doch im Gegensatz zu früher, verzichten die meisten auf Angstmacherei und Einschüchterungsversuche durch den Schmuzli.

Die Kinder tragen dann in der Regel ein Gedicht vor, singen ein Lied oder spielen etwas auf einem Instrument.

Eins der bekanntesten Samichlaus- Versli in der Schweiz lautet übrigens:

"Sami niggi näggi, hinder em Ofe stäggi,
gimmer Nüss und Biire, dänn chumi wieder füüre!"

Sankt Niki Neki, hinter dem Ofen steck ich,
gib mir Nüsse und Birnen, da komme ich wieder hervor

(Tut mir Leid, ich weiss, diese Übersetzung ist grauenvoll!!!)

Für ihren Vortrag bekommen die Kinder dann Geschenke aus dem grossen Sack des Samichlaus.

Während der Samichlaus in der Regel immer noch Süssigkeiten bringt, folgt die wahre Geschenkflut an Weihnachten. Doch mit der zunehmenden Kommerzialisierung fühlen sich viele Eltern nun auch am Samichlaustag genötigt, teurere Geschenke zu besorgen.


Andere Chlausen- Bräuche in der Schweiz
In manchen Gemeinden gibt es aber zusätzlich zu den Hausbesuchen noch Chlausen- Umzüge oder andere Samichlaus- Bräuche. Unten findet ihr ein paar weiterführende Links:

Küssnachter Klausjagen:
http://www.klausjagen.ch/

Chlouschlöpfe in Lenzburg:
http://www.chlauschloepfe.ch/

Silvesterklausen in Urnäsch:
http://www.urnaesch-tourismus.ch/d/brauc...r_silvester.htm

Weltmeisterschaft der Nikoläuse in Samnaun:
http://www.clauwau.com/index_de.php

Und wie ist das nun bei euch?
So sieht es also in der Schweiz aus. Nun nimmt es mich natürlich Wunder, wie es denn bei euch in Österreich und Deutschland ausschaut.

Sankt Nikolaus? Weihnachtsmann oder Christkind? Wem fliegen in eurem Land/ in eurer Region die meisten Kinder- Herzen zu?
Und wie habt ihr das selbst als Kinder erlebt? Gibt es grosse Unterschiede zu heute?

Ich würde mich über Antworten sehr freuen!


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
http://www.burunduk.ch
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#2

RE: Sankt Nikolaus – Samichlaus – Weihnachtsmann – Papa Noël – Sinterklaas – Santa Claus - Christkind

in Was nirgendwo hineinpasste 06.12.2010 22:44
von Ösi | 811 Beiträge

Also bei uns geht das am 5. Dez. los, da ist Krampustag traditionell finden da Krampus bzw. Perchtenläufe statt. Die Perchten (kunstvolle geschnitzte Masken) sollen das Böse vertreiben. Am 6. Dez. ist Nikolaustag, einem Uralten Brauch folgend wird ein Nikolaus von einem oder mehreren Krampus (Perchten) begleitet.

Das Perchtenbrauchtum geht auf einen uralten Naturglauben zurück, und stellt symbolisch den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse dar. Der tiefere Sinn des Perchtenkultes liegt in der Beschwörung der bösen Dämonen auf der einen, und der Anrufung der guten Geister als Fruchtbarkeits und Glücksbringer auf der anderen Seite. Um den schrecklichen Wesen in den Rauhnächten entgegentreten zu können, hüllten sich die Menschen in grauenvolle furchterregende Masken, von denen sie hofften, sie würden das Böse vertreiben.
Böses vertreibt Böses um Gutes herauszubringen. Wenn die Perchten in den Passen mit dem Nikolaus herumgehen, dann ist es doch, dass sie damit das Böse vertreiben möchten, um dem Guten die Möglichkeit zu geben, wieder Einzug zu halten. Der Nikolaus ist die Symbolgestalt für das Gute und die Hoffnung.
Im Sinne des "Bösen" und des "Feuers" haben wir in der Gruppe den "Teufel". Er wird symbolisch von uns Perchten und Hexen vertrieben. Dies wird mit einer dafür geschmiedeten Feuerstelle dargestellt, in welcher wir unser Feuer entzünden.
Die Hexen holen beim Tanz mit dem Besen Glück und Gesundheit ins Haus, und fegen die bösen Geister hinaus. Die Perchten und Hexen werden überall mit großer Freude aufgenommen, denn wer sie bei sich zu Gast hatte, dem soll ein erfolgreiches und sorgenfreies Jahr ins Haus stehen.

Mit dem Nikolaus ist es bei uns genauso wie bei euch, er besucht auf Bestellung die Kinder, sein Begleiter ist der Krampus. Der ablauf ist in etwa so wie bei euch.

Der Weihnachtsmann tritt bei uns eigentlich nur in Kaufhäusern oder Einkaufsstrassen in Erscheinung und ist eher ein Werbegag von Kaufhäusern. In grösseren Städten macht der Coca-Cola Weihnachtstruck halt.

Auf das Christkind freuen sich alle Kinder und schreiben ihre Wünsche auf einen Zettel, bei ganz kleinen Kindern schreiben die Eltern die Zettel und je nachdem wie Brav das Kind war werden die Wünsche erfüllt. Die Geschenke werden dann am 24. Dez. unter den Christbaum gelegt und am Abend ist dann "Bescherung" wo die Geschenke aufgemacht werden dürfen, was die Kinder natürlich schon Tagelang vorher kaum noch erwarten können.

Samichlaus gibt es bei uns auch aber nicht wie bei euch sondern es ist ein ganz besonderes Bier das es nur in einer Brauerei in meiner Nähe gibt!

http://de.wikipedia.org/wiki/Samichlaus-Bier

http://www.dachstein-salzkammergut.at/de...rampuslauf.html

http://www.aepages.net/weihnachten_in_oe...s_in_vienna.htm


LG Peter
Ich kann jederzeit meine Meinung ändern, nur muss ich vorher eine gehabt haben!

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#3

RE: Sankt Nikolaus – Samichlaus – Weihnachtsmann – Papa Noël – Sinterklaas – Santa Claus - Christkind

in Was nirgendwo hineinpasste 06.12.2010 23:05
von mad | 711 Beiträge

Hallo ösi

Ein Samichlaus- Bier?

Das kann ja nur gut sein!


Ich habe nur gute Kindheitserinnerungen an den Samichlaus. Wir waren aber auch immer eine ganze Rotte von Kindern (Geschwister und Cousins) und so war der Chlouse- Abend immer eine Art Familienfest. ,

Wir sagten dann jeweils alle brav unsere Sprüchlein auf und das war's dann auch schon. Es gab dann jeweils einen grossen Sack voller Süssigkeiten, Nüsse, kleine Grittibänzen, selbstgemachte Lebkuchen und Mandarinen, die wir dann brüderlich unter uns aufgeteilt haben.

Bei uns waren die Schmutzlis immer ganz freundlich. Sie hatten zwar meist eine Rute, setzten diese jedoch nie ein. Aber vielleicht waren wir einfach braver als du, Layla!


LG

mad


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