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#1

Vorüberlegung für die Zucht von Streifenhörnchen

in Paarung, Zucht & Aufzucht 06.07.2010 15:52
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Vorüberlegungen für die Zucht von Streifenhörnchen



Bevor man Streifenhörnchen züchten will, sollte man sich in aller Ruhe folgende Überlegungen machen:




Hat man Zeit und die Geduld, sich mit der Genetik auseinander zu setzen?

• Auch wenn sich die Streifenhörnchen ja „scheinbar“ von selbst verpaaren und man als Halter quasi „nichts“ dazu tun muss, so ist es doch notwendig, dass man sich als Züchter vorgängig seriös auf eine Zucht vorbereitet!

• Als Züchter trägt man nämlich eine grosse Verantwortung gegenüber der Rasse, die man züchtet! Wenn man ohne über die Konsequenzen nachzudenken oder ohne die möglichen Folgen zu kennen, einfach nur Streifenhörnchen vermehrt, kann man der ganzen Population unbeabsichtigt grossen Schaden zufügen!

• Man muss stets bedenken, dass man ja die Jungtiere abgibt und es ist gut möglich, dass die Käufer diese wiederum zur Zucht einsetzen. Durch Unkenntnis können sich so verdeckte Schädigungen des Erbgutes schnell ausbreiten, was im schlimmsten Fall dazu führen könnte, dass ganze Populationen mit einer Defektmutation „verseucht“ werden.

• Um dieser Gefahr entgegenwirken zu können, ist eine gute und seriöse Vorbereitung für an-gehende Züchter daher ein Muss!

Steht genug Platz zur Verfügung?

• Streifenhörnchen brauchen für eine erfolgreiche Verpaarung viel Platz mit Kletter- Laufmöglichkeiten für ihr „Balzritual“. Am besten ein Auslaufzimmer oder eine neutralen, grosse Zuchtvoliere.

• Ausserdem braucht man zusätzliche Volieren, falls man die Jungtiere nach Erreichen des Selbstständigkeitsalters (ab 8 Wochen) nicht an neue Halter abgeben konnte.

• Nach spätestens 6 Monaten, eventuell aber auch schon früher, braucht man dann für jedes der Jungen eine eigene Voliere, weil es dann zu Revierkämpfen kommt.

Hat man genügend Zeit?

• Das Zuchtpaar sollte während der Paarung nicht ständig in einer gemeinsamen Voliere gehalten werden, deshalb braucht man viel Zeit, sie im richtigen Moment zusammen in den Auslauf zu lassen.

• Die Empfängnisbereitschaft des Weibchens findet alle 7 – 10 Tage statt und richtet sich nicht nach dem Terminkalender der Halter. Es braucht unter Umständen mehrere Anläufe, bis die Verpaarung geklappt hat.

• Während dem gemeinsamen Auslauf muss man die Hörnchen sehr gut beobachten und sie gegebenenfalls sofort voneinander trennen, wenn die Stimmung umschlägt.

Ist das Zuchtpaar gesund und sind sich die beiden zugetan?


• Bevor man ein Zuchtpaar aussucht, sollte man die Vererbungslehre von Mendel studiert haben, damit man weiss, welche Tiere man verpaaren darf. (Keine Verpaarung von weissen Hörnchen!!!)

• Man sollte seine Hörnchen gut kennen, damit man eine Selektion treffen kann. Dazu gehören Kenntnisse des Stammbaums (Vorgeschichte/ Erbkrankheiten), Gesundheit, genotypische und phänotypische Merkmale, Verhalten/ Charakter usw.

• Es kann vorkommen, dass ein Paar keinen Nachwuchs zeugen kann, was verschiedene Ursachen haben kann. Das muss man als Züchter akzeptieren.

Kann man Komplikationen umgehen?

• Es kann leider auch bei Streifenhörnchen zu unvorhergesehenen Komplikationen kommen. Das Muttertier könnte sterben, krank werden oder die Tiere verstossen/totbeissen. Kann man mit solch traurigen Situationen umgehen?

• Man muss unter Umständen als Züchter einspringen, wenn die Mutter stirbt oder nicht alle oder gar keine Jungtiere versorgen kann. Das bedeutet, dass die Jungen alle 2 Stunden von Hand gefüttert werden müssen, selbstverständlich auch in der Nacht!! Ist man bereit dazu?

• Man sollte natürlich schon vorher auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und alles besorgt ha-ben, was für die Handaufzucht benötigt wird!!

• Wenn man Vollzeit arbeitet, dürfte es schwierig sein, die Jungtiere aufzupäppeln. Man muss vorher mit dem Chef reden. Ist der Chef aufgeschlossen und verständnisvoll?

• Trotz allen Bemühungen könnten die Jungen sterben. Kann man damit umgehen??

Hat man Abnehmer für die Jungtiere und/ oder wie organisiert man sich diesbezüglich?

• Bereits nach 8 – 10 Wochen haben die Jungen das Selbständigkeitsalter erreicht. Man sollte sich also frühzeitig um neue Halter für die Jungen kümmern. Es kann durchaus vorkommen, dass die Mutter ihre Jungtiere nach Erreichen des Selbständigkeitsalters verstösst und dass sich auch die Jungtiere selbst untereinander nicht mehr vertragen.

• Es ist mit einigem Aufwand verbunden, Inserate zu schalten und die Interessenten auf „Herz und Nieren“ zu prüfen. Leider ist nicht jeder Interessent für die Haltung von Streifenhörnchen „qualifiziert“ (zu wenig Zeit, zu wenig Platz, zu wenig Kenntnisse usw.)

• Eigentlich gehört es zu einem guten Service dazu, dass man besonders Neuhaltern Informationen über Streifenhörnchen in Form einer kleinen Broschüre zur Verfügung stellt.

• Ausserdem sollte man sich auch hinterher Zeit nehmen, den Abnehmern Jungtiere beratend zur Seite zu stehen. Das kann mitunter sehr zeitaufwändig sein.

Hat man Zeit und die Disziplin ein Zuchtbuch zu führen?

• Man sollte als Züchter bestrebt sein, gewissenhaft und diszipliniert Buch über die Zuchtergebnisse zu führen, was mit sehr viel Arbeit verbunden ist.

• Dazu gehören mindestens ein Stammbaum, die Daten der Verpaarung, der Zeitpunkt und die Grösse des Wurfs, sowie mögliche Komplikationen und Verluste. Anhand dieser Daten wird dann die nächste Verpaarung geplant.

• Ausserdem sollten die Daten der Abnehmer notiert werden, um diese allenfalls zu informieren, sollten hinterher irgendwelche Zuchtschäden ans Licht kommen (damit diese die Jungtiere nicht möglicherweise für die Zucht einsetzen).

• Vorteilshaft ist es auch, wenn man versucht, mit den Abnehmern in Kontakt zu bleiben, damit man erfährt, falls etwas mit den Jungtieren nicht in Ordnung ist. So kann man allfällige Zuchtschäden früh erkennen und die Zuchtpaare (und deren Nachkommen) aus der Zucht aus-schliessen.

Wenn auch nur einer der oben genannten Punkte Mühe bereitet oder nicht erfüllt werden kann, dann sollte man die Finger von der Zucht lassen!! Streifenhörnchen zu züchten ist mit einer grossen Verantwortung verbunden und deshalb sollte auf keinen Fall blauäugig herumexperimentiert werden! Das gebieten die Tierliebe und der Tierschutz!

Liebe Grüsse
Layla und Micha

Text und Fotos Copyright by Michael Hemmi und Layla B.


Liebe Grüsse
Layla


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zuletzt bearbeitet 13.02.2012 00:00 | nach oben springen

#2

RE: Vorüberlegung für die Zucht von Streifenhörnchen

in Paarung, Zucht & Aufzucht 05.09.2010 18:06
von Laura | 452 Beiträge

Hallöchen, warum dürfe weisse Streifis nicht verpaart werden? Viele Grüße

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#3

RE: Vorüberlegung für die Zucht von Streifenhörnchen

in Paarung, Zucht & Aufzucht 05.09.2010 21:14
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Hallo MaLa

Vor ein paar Jahren gab es Züchter, die aus Unwissenheit oder aus Geldgier, weisse Streifenhörnchen verpaart haben. Das Ergebnis war traurig und erschreckend zugleich. Manche Jungtiere kamen mit deformierten Körpern zur Welt oder waren blind. Deshalb ist das wohl eine der einzigen Regeln, die sich bei Züchtern als allgemeingültig durchgesetzt hat. Niemals weiss mit weiss verpaaren! Zur Zucht von weissen Streifenhörnchen werden deshalb oft ein weisses und ein mischerbiges Streifenhörnchen verpaart.

Der genaue Grund kann ich dir auch nicht sagen. Aber ich vermute mal, dass es mit dem Leuzismus- Gen zu tun hat, das für die weisse "Färbung" verantwortlich ist. Werden also zwei Hörnchen mit einem Gen-Defekt verpaart, wirkt sich das katastrophal auf die genetische "Zusammensetzung" eines Hörnchens aus.

Vielleicht weiss ösi mehr zu diesem Thema. Er hat fundierte Kenntnisse über die Zucht von Hunden...

Leuzsimus ist übrigens eine Defekt- Mutation, bei der das Fell weiss und die darunterliegende Haut rosa ist, da die Haut keine Melanozyten (farbstoffbildende Zellen) enthält. Der Grund dafür ist, dass in der frühembryonalen Entwicklung diese Fehlentwicklung dazu führte, dass keine oder nur sehr wenige Melanoblasten aus der Neuralleiste auswandern konnten. Damit gibt es an der Körperoberfläche keine pigmentbildenden Zellen mehr.


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
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#4

RE: Vorüberlegung für die Zucht von Streifenhörnchen

in Paarung, Zucht & Aufzucht 13.02.2012 00:01
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Hallo

Zu eurer Info: ich habe diese Top Info überarbeitet und ergänzt...


Liebe Grüsse
Layla


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