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Von der Paarung bis zum Wurf (ohne Komplikationen)

in Paarung, Zucht & Aufzucht 09.07.2010 21:27
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Die Paarungszeit

Die Paarungszeit beginnt bei der Innenhaltung im Dezember und dauert etwa bis Mai. Bei der Aussenhaltung setzt sie je nach Witterung etwas später ein, also etwa im März/April.

Bei den Männchen schwellen die Hoden sichtlich an, ein Zeichen dafür, dass sie nun jeder Zeit paarungsbereit sind. Die Weibchen hingegen, sind in der Paarungszeit nicht konstant empfängnisbereit. Glücklicherweise ist es jedoch sehr einfach festzustellen, wann der richtige Zeitpunkt für eine Verpaarung gekommen ist, denn die hohen Pfeiftöne oder das ausdauernde Zwitschern kann man kaum überhören! In der Regel hält die Empfängnisbereitschaft 2 – 3 Tage an. Nach einem Unterbruch von 7 – 10 Tagen, beginnt der Zyklus von vorn, falls das Weibchen nicht inzwischen trächtig ist.


Balzritual und Paarungsakt


Wenn das Weibchen pfeift oder zwitschert, lassen wir das Zuchtpaar zum gemeinsamen Freilauf in ein Zimmer. Wenn das Weibchen wirklich paarungswillig ist und das Männchen als möglichen Partner akzeptiert, beginnt nun das Balzritual, das sich über mehrere Stunden hinziehen kann. Dabei nähert sich das Männchen vorsichtig dem Weibchen, „umgarnt“ es mit seinem Charme, wird aber vom Weibchen meist erst spielerisch weggejagt. Manchmal muss das Männchen sich wirklich alle Mühe geben, bis das Weibchen sich „ergibt“ und der eigentliche Paarungsakt beginnen kann. Das Männchen fasst das Weibchen dabei um die Hüften, während der Schwanz des Weibchens senkrecht nach oben zeigt. Der eigentliche Akt dauert nur etwa 20 Sekunden und dabei sind knurrende oder quietschende Laute zu hören. Wir sind uns nicht sicher, wer diese von sich gibt, aber vermutlich stammen sie vom Männchen.

Nach dem ersten Paarungsakt beginnt das Prozedere wieder von vorn. In der Regel kommt es so zu 8 – 10 Kopulationen, innerhalb von 1 – 2 Stunden. Meist wird das Weibchen aber irgendwann aggressiv und verjagt das Männchen sodann mit zunehmender Vehemenz. Das ist für uns dann das Zeichen, das Paar wieder zu trennen und die beiden Hörnchen wieder ihre Käfige zurück zu führen.

Während den darauf folgenden 1 - 2 Tagen lassen wir das Zuchtpaar nochmals gemeinsam in den Freilauf. Dabei beobachten wir die beiden jedoch ganz aufmerksam. Lässt das Weibchen das Männchen nicht mehr an sich heran oder fängt es gar an, nach dem Männchen zu schnappen, dann trennen wir die beiden sofort wieder und lassen sie nur noch zeitversetzt in den Freilauf.

Diese Trennung ist sehr wichtig, nicht nur um das Männchen vor Beissattacken zu bewahren, sondern auch um das Weibchen vor den stressigen Annäherungen des Männchens zu schützen, das immer noch paarungsbereit ist. Das ist auch der Grund, warum wir dringend davon abraten, das Zuchtpaar während der ganzen Paarungszeit in einem gemeinsamen Käfig beisammen zu lassen. Es sei denn, jemand verfügt über eine wirklich sehr grosse Voliere, die genug Ausweichmöglichkeiten für die Tiere bietet. Diese Voliere sollte jedoch eine neutrale Zone darstellen, weil der Partner sonst als Eindringling ins eigene Territorium angesehen wird, wodurch es zu heftigen Revierkämpfen kommen kann.

Hat es mit der Paarung geklappt, dann bleiben die sonst wiederkehrenden Lockrufe des Weibchens nach 7 – 10 Tagen aus. Wenn nicht, dann fängt das Pfeifkonzert des Weibchens wieder an und das Balzritual kann von neuem beginnen…


Trächtigkeit

War die Befruchtung erfolgreich, toleriert das Weibchen in der Regel keine Artgenossen mehr in seiner Umgebung. Während der Tragezeit braucht es dann viel Ruhe und widmet sich hingebungsvoll dem Nestbau.

In dieser Zeit benötigt das Weibchen besonders abwechslungs- und vitaminreiche Nahrung, in Form von Früchten, Sämereien, Nüssen und frischen Ästen. Aber auch ab und zu einen zusätzlichen Mehlwurm oder etwas mehr Sojasprossen werden gerne genommen. Nebst dem normalen Futter empfiehlt es sich, zusätzlich einen Kalkstein und eventuell Milch zu reichen. Allerdings darf man unter keinen Umständen Kuhmilch verwenden! Streifenhörnchen vertragen Kuhmilch sehr schlecht und bekommen davon mitunter heftigen Durchfall. Geeignet sind hingegen laktosereduzierte Katzen-Aufzuchtmilch von Gimpet oder Babymilch (z.B. Heilnahrung HN 25 Aptamil von Milupa, Humana Heilnahrung mit Bananengeschmack und evtl. Hypoallergene Milch HA pre von Milupa). Am besten probiert man diese Produkte schon vor der Trächtigkeit aus, um die Verträglichkeit zu überprüfen, nicht dass es während der Tragezeit zu Komplikationen kommt.

Ausserdem reichen wir der werdenden Mutter regelmässig Streifen aus ungebleichtem Haushaltspapier in die Voliere. Sorgfältig faltet sie diese, um damit ihr Nest auszupolstern. Keinesfalls darf man den Streifenhörnchen Hamsterwatte geben, denn diese kann zu gefährlichen Darmverschlüssen führen! Leider wird diese von manchen Verkäufern in Zoofachgeschäften dennoch empfohlen. Als Nistmaterial eignen sich nebst Haushaltspapier beispielsweise der Inhalt einer Kapok- Schote, Holzwolle oder Stroh/ Heu. Letzteres verwenden wir jedoch nicht gerne, weil es vorkommen kann, dass so Parasiten ins Nest eingeschleppt werden.

Die Tragezeit dauert zwischen 29 und 32 Tagen. In den ersten Wochen kann man meist nicht viel erkennen, doch ab der letzten Woche ist ein deutlich gewölbter Bauch erkennbar, der sich langsam Richtung Becken verlagert. In dieser Zeit vermindert sich die Aktivität der werdenden Mutter zusehends. Oft liegt sie dann stundenlang in der Hängematte oder an sonst einem bevorzugten Ruheplatz und nimmt dabei meist eine Seitenlage ein.


Geburt

Die erfolgte Geburt erkennt man gewöhnlich daran, dass die Mutter eines Morgens nicht mehr wie gewöhnlich aus ihrem Nest kommt. Da die Jungen stets in der Nacht geboren werden, kann man deshalb davon ausgehen, dass die Jungen auf die Welt gekommen sind. Ausserdem kann man auch deutlich sehen, dass das Bäuchlein über Nacht verschwunden ist, wenn sie das erste Mal wieder auftaucht.

Das Muttertier verbringt nun die ersten paar Tage fast ununterbrochen im Nest und kommt nur noch selten heraus, um etwas zu trinken oder schnell ihre Backentaschen zu füllen, bevor sie wieder im Nest verschwindet.

In der Regel sollte man es sich verkneifen, das Nest vor Ablauf von 1 – 2 Wochen zu überprüfen. Besonders beim ersten Wurf, nehmen die Weibchen solche Störungen sehr übel. Aus Angst um die Jungen beginnt es dann nicht selten, die Jungtiere in ein anderes Versteck zu tragen, was mitunter dazu führen könnte, dass die Kleinen unterkühlen oder zu wenig Milch bekommen. Im schlimmsten Fall kann der Stress sogar bewirken, dass die Mutter ihre Jungtiere verlässt oder gar totbeisst.



Falls es dennoch nötig sein sollte, das Nest zu kontrollieren, beispielsweise weil die Mutter sich ungewöhnlich lange nicht mehr zeigt, dann sollte man in jedem Fall Einweghandschuhe tragen, damit man keine Duftspuren hinterlässt.

Hat die Mutter ein gutes Vertrauensverhältnis gegenüber den Haltern und zeigt sie keine nervöse Unruhe in den Tagen nach der Niederkunft, so kann man nach 1 – 2 Wochen einen kurzen Blick ins Nest riskieren. Am besten dann, wenn die Mutter sich nicht im Wurfkasten befindet und abgelenkt ist.


Entwicklung und Aufzucht der Jungtiere


Die durchschnittliche Wurfgrösse beträgt etwa 3 – 6 Junge. Aber wir haben gehört, dass es auch Würfe von 10 – 12 Jungen gegeben haben soll. Da die Mutter jedoch nur 6 – 8 Zitzen hat, stellt eine solche Vielzahl von Jungtieren gewöhnlich ein grosses Problem dar. Es ist daher naheliegend, dass unter diesen Umständen die Mutter auf die Unterstützung der Halter angewiesen ist (Tipps zur Handaufzucht).

Natürlich braucht die Mutter auch in dieser Säuge-Zeit besonders abwechslungs- und vitaminreiche Nahrung. Insbesondere Haferflocken werden gerne genommen, weil sie milchtreibend sind. Hat die Mutter überdurchschnittlich viele Jungtiere geboren, empfiehlt es sich, sie zusätzlich mit Baby-Brei (Getreide und Obst) vermischt mit gemahlenen Nüssen und evtl. einem Tropfen Honig aufzupäppeln. Aber auch ein paar Notfalltropfen (Bachblüten – Rescue Remedy) ins Wasser gemischt können manchmal Wunder wirken und die Abwehrkräfte stärken.

Bei einer durchschnittlichen Wurfgrösse kann man in der Regel den Dingen ihren Lauf lassen und die Aufzucht getrost der Mutter überlassen. In den meisten Fällen meistern die jungen Mütter diese Aufgabe souverän und mit der nötigen Umsicht. Leider sind aber auch bei Streifenhörnchen Komplikationen nicht ausgeschlossen, wodurch es wiederum an den Haltern liegt, bei Bedarf einzuspringen (Tipps zur Handaufzucht).

Die Jungen sind bei der Geburt blind, nackt und taub, denn die Ohrmuscheln sind noch nicht richtig ausgebildet und die Augen noch fest verschlossen. Auch das Schwänzchen erinnert in dieser Zeit eher an einen Regenwurm, als an einen Tierschwanz.



Nach ein paar Tagen zeichnen sich die ersten Farbstreifen auf der nackten Haut ab, bevor sich nach etwa einer Woche der erste Flaum bildet. In diesem Stadion erkennt man jedoch schon, ob es sich um naturfarbene oder weisse Streifenhörnchen handelt.



Im Alter von etwa drei Wochen beginnen die Jungen ihre Augen zu öffnen und auch die Ohrmuscheln haben sich nun soweit entwickelt, dass sie vom Köpfchen abstehen. Ausserdem haben die Jungtiere nun ein glänzendes Fell und ihre ersten buschigen Schwanzhaare bilden sich, wenn auch erst nur graue. Laufen können sie in der Regel noch nicht, sie schieben sich lediglich vorwärts.

In den ersten Lebenswochen sind die Jungtiere absolut hilflos und gänzlich auf die intensive Pflege der Mutter angewiesen. Sie verlassen ihr Nest in dieser Zeit nie und schlafen fast ausnahmslos. Das Muttertier ist besonders am Anfang oft sehr nervös und überängstlich und reagiert deshalb nicht selten aggressiv auf jede Art von Eindringlingen, also auch auf die Halter.



Etwa nach vier bis fünf Wochen werden die Jungtiere zusehends aktiver und beginnen neugierig ihre Umgebung zu erkunden. Anfangs trägt die Mutter die mutigeren Jungtiere meist sofort zurück in den Bau, doch mit der Zeit duldet sie diese Entdeckungstouren immer mehr. Bringt die Mutter Futter ins Nest, so beginnen die Kleinen nun, erstmals feste Nahrung, beispielsweise in Form von Obst und Haferflocken, zu sich zu nehmen. Körner fressen sie in der Regel noch nicht, weil sie diese nicht schälen können.

Die Mutter säugt ihre Jungtiere ca. 6 – 8 Wochen lang. Bei grossen Würfen unter Umständen etwas länger. Zunehmend bevorzugen die Jungtiere jedoch feste Nahrung und nehmen auch vermehrt Wasser zu sich. Bis zum Alter von 8 Wochen sollte man die Jungen nicht von der Mutter trennen, weil sie von ihr alles Notwendige für ihr Leben lernen. Entnimmt man die Jungtiere zu früh, weisen sie oft Defizite in der Sozialisation auf.

So um die 8. Woche herum kann man erkennen, dass die Mutter die Jungtiere nicht mehr an ihre Zitzen heran lässt und sie manchmal auch ruppig abweist. Von nun an muss man das Muttertier gut beobachten, denn jetzt haben die Jungen das Selbständigkeits-Alter erreicht und es kann jederzeit soweit sein, dass die Mutter ihre Jungen nicht mehr in ihrem Territorium duldet.

Hat man noch keine Abnehmer für die Jungtiere, so müssen sie nun in einer separaten Voliere untergebracht werden. Die Jungen vertragen sich in der Regel noch ca. 6 Monate lang, doch dann gehen auch sie in ihr natürliches, einzelgängerisches Dasein über und beginnen ihr eigenes Revier abzustecken. Nun ist der Zeitpunkt gekommen auch die Jungtiere voneinander zu trennen, weil die Revierkämpfe nun immer heftiger ausgetragen werden.

Sind die Witterung und die Bedingungen günstig, so fängt das Weibchen nun wieder regelmässig an zu pfeifen, um ihre Empfängnisbereitschaft anzuzeigen. Als Halter kann man dann entscheiden, ob man bereit für einen Zweitwurf ist oder ob man lieber bis zum nächsten Frühjahr warten will...

Liebe Grüsse
Layla & Micha

Text und Fotos Copyright by Michael Hemmi und Layla B.


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
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zuletzt bearbeitet 17.07.2010 17:18 | nach oben springen





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