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Was macht einen seriösen Züchter aus?

in Fragen vor der Anschaffung 06.07.2010 16:14
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Was macht einen seriösen Züchter aus?

Es stellt sich meist nicht die Frage, ob ein Züchter „professionell“ ist, sondern ob er seriös arbeitet, ganz unabhängig davon wie gross seine Zucht ist. Wie kann nun aber ein potenzieller Käufer erkennen, welche Züchter seriös sind und welche nicht?

Folgende Kriterien können angehenden Neuhaltern als Anhaltspunkte dienen, „den Spreu vom Weizen zu trennen“. Konfrontiert und „testet“ den Züchter mit einer kleinen Auswahl an Fragen und ihr werdet schnell feststellen, ob ihr ihm euer Vertrauen schenken wollt:

• Die Anzahl Jahre, die ein Züchter Streifenhörnchen züchtet
Erfahrung ist nicht gleich Erfahrung…


Beim Züchten ist Erfahrung eine Sache, aber noch viel wichtiger ist es, wie sich der Züchter im Vorfeld auf die Zucht vorbereitet hat. Fundierte Kenntnisse über die Genetik und zu wissen nach welchen Kriterien eine Selektion des Zuchtpaares getroffen werden sollte, ist entscheidend für den Erfolg einer gesunden Zucht. Natürlich kann Erfahrung ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, aber auch nur dann, wenn der Züchter diese in den Dienst einer gesunden Zucht- Population stellt. Will heissen: Nur weil ein Züchter seit vielen Jahren züchtet, heisst das noch lange nicht, dass er auch ein seriöser Züchter ist!

• Die Anzahl der Zuchtpaare
Was sagt dies über die Qualität der Zucht aus? Je mehr desto besser?


Oftmals werden Züchter mit wenigen Zuchtpaaren von den „professionellen“ Grosszüchtern verächtlich als Hobbyzüchter bezeichnet und belächelt. Doch die Grösse einer Zuchtanlage sagt noch gar nichts über die Qualität einer Zucht aus. Wenn ein Züchter mit einer überschaubaren Anzahl von Zuchtpaaren arbeitet, hat er viel eher Zeit, sich um die einzelnen Jungtiere zu kümmern und diese an die Hand zu gewöhnen, als ein Grosszüchter, der 50 – 150 (!) Jungtiere pro Jahr und natürlich deren Eltern in seiner Zuchtanlage zu verpflegen hat.

• Die selektive Auswahl der Zuchtpaare
Nach welchen Kriterien wählt ein Züchter seine Zuchtpaare aus?


Bei der Selektion der Zuchtpaare nehmen Züchter einen wesentlichen Einfluss darauf, wie sich die kommende Population der Streifenhörnchen entwickelt. Entsprechend gross ist daher die Verantwortung, die man als Züchter trägt! Manche Züchter legen leider einen grossen Wert auf die Herauszüchtung von exotischen Farbschlägen, was jedoch oft Inzestzuchten zur Folge hat. Dies wiederum schadet dem Genpool der gesamten Streifenhörnchen- Population, was besonders bei Grosszüchtern verheerende Folgen haben kann.
Ein seriöser Züchter hingegen richtet seine Selektion nach der Gesundheit und Vitalität der Elterntiere aus, die ausserdem besonders gut sozialisiert sein sollten.

• Der persönliche Augenschein des Zuchtbetriebs und der Zuchtpaare
Sehr wichtig, aber leider nicht jederzeit möglich.

Es gibt Züchter, die jederzeit nach Voranmeldung bereit sind, allfälligen Interessenten ihre Zuchtanlagen zu zeigen. Manche Züchter jedoch sehen davon ab, weil sie verhindern wollen, dass durch zu viele Besucher Krankheitskeime eingeschleppt werden könnten.
Dennoch ist es vorteilhaft, wenn man sich vorher ein Bild davon machen kann, ob die Hörnchen gesund aussehen und wie sie untergebracht sind (Grösse der Volieren, Sauberkeit usw.). Deshalb ist es ratsam, frühzeitig anzufragen, bevor die Paarungszeit begonnen hat.

• Fundierte Kenntnisse über die Vererbungslehre
Hat der Züchter Kenntnisse über die Vererbungslehre?


Als wir uns auf unsere Zucht vorbereitet haben, versuchten wir so viel wie möglich über die Zucht von Streifenhörnchen in Erfahrung zu bringen. Wir schrieben oder riefen mehrere „etablierte“ Züchter an, doch wir mussten bald einsehen, dass diese uns entweder keine Auskunft geben wollten… oder konnten.
Inzwischen wissen wir aus Erfahrung, dass viele dieser Züchter tatsächlich nicht halb so viele Kenntnisse über die Vererbung, die Genetik oder die Aufzucht von Jungtieren haben, wie sie es gerne gegen Aussen darstellen möchten!

• Welche Farbschläge gezüchtet werden
Wie viele Farbschläge züchtet ein Züchter?


Je mehr Farbschläge gezüchtet werden, desto seriöser müssen Zuchtbücher geführt werden und je wichtiger sind fundierte Kenntnisse über die Vererbungslehre. Denn durch intensive Farbzuchten steigt die Gefahr von unerwünschten Mutationen, die nicht selten verdeckt weitervererbt werden. Manchmal dauert es viele Generationen, bis solche Zuchtschäden phänotypisch (äusserlich) in Erscheinung treten. Besonders bei Grosszüchtern kann dies verheerende Folgen für die gesamte Streifenhörnchen- Population haben, weil die Jungtiere nach ganz Europa exportiert wurden, ohne eine Chance, die Käufer/ Züchter zu warnen, wenn diese Zuchtschäden erstmals auftreten.
Ein seriöser Züchter wird sich auf wenige Farbschläge beschränken, damit er möglichst keine Zuchtschäden, durch Intensivzuchten generiert. Das bringt zwar weniger Geld ein, aber dient dafür dem gesunden Fortbestand der Streifenhörnchen- Population.

• Das Führen von detaillierten Zuchtbüchern
Führt der Züchter ein Zuchtbuch?


Für eine seriöse Zucht sind Zuchtbücher eigentlich ein Muss. Doch ein aussagekräftiges Zuchtbuch zu führen ist sehr aufwändig und es erfordert eine anhaltende Disziplin.
Leider hat uns auch hier die Erfahrung gezeigt, dass nur wenige Züchter diese Mühsal auf sich nehmen. Wenn man nämlich nach dem Stammbaum der Jungtiere fragt, erhält man oftmals entweder gar keine Antwort oder nur sehr oberflächliche Angaben.

• Kenntnisse betreffs der Handaufzucht in Notfällen
Hat der Züchter auch schon Handaufzucht betrieben?

Als wir uns auf unsere Zucht vorbereiteten, fragten wir bei diversen Züchtern nach, wie sie sich auf eine (mögliche) Handaufzucht vorbereiten und wie dies genau vonstattengeht. Wen wundert es, wir bekamen keine einzige Antwort! Wenn man bedenkt, dass besonders die Grosszüchter in einer Saison 50 – 150 Jungtiere haben, fragt man sich schon, ob sie dafür überhaupt die Zeit hätten! – Wohl kaum! Also liegt der Verdacht nahe, dass sie sich gar nicht erst die Mühe machen… sie haben ja genug andere Jungtiere!
Auf der anderen Seite liest man von Züchtern, die ihre Tiere ganz bewusst zu früh von ihren Müttern trennen, um sie von Hand aufzuziehen und so besonders zutrauliche Jungtiere zu er-halten. Wir distanzieren uns ganz klar von solchen Methoden! Denn letztlich gibt es nichts Besseres als die Muttermilch und die Mutter spielt auch bei der Sozialisation eine ganz wichti-ge Rolle. Handaufzucht sollte also nur betrieben werden, wenn das Muttertier krank ist, zu wenig Milch hat oder wenn es ganz wegfällt!

• Ab welchem Alter werden die Jungtiere abgegeben?
Gibt ein Züchter die Jungtiere zu jung ab?


Es gibt leider immer noch Züchter, die ihre Jungtiere schon ab vier Wochen an Halter abgeben mit der Begründung, dass die Jungen so besonders zutraulich und handzahm werden. Das ist eine Brachialmethode die oft nach hinten losgeht, besonders dann, wenn solche Jungtiere an unerfahrene Halter abgegeben werden! Wir distanzieren uns ganz klar von solchen Methoden und halten dies für Tierquälerei!
Jungtiere sollten bei der Abgabe mindestens 8 Wochen alt sein, denn erst dann haben sie das Selbständigkeitsalter erreicht. Werden die Jungtiere zu früh abgegeben, haben sie einerseits zu wenig lange Muttermilch bekommen, was für die Gesundheit der Jungen abträglich ist und andererseits konnten sie wichtige Dinge, wie beispielsweise die Nutzung einer Toilette oder wie ein Nest gebaut wird, nicht lernen.

• Kritische Nachfrage des Züchters vor dem Verkauf des Jungtieres
Stellt ein Züchter den potenziellen Käufern Fragen?


Nicht selten verkaufen Züchter ihre Jungtiere ohne einen Gedanken an die Jungtiere und deren Zukunft zu verschwenden. Hauptsache er wird sie schnell los.
Ein seriöser Züchter erkundigt sich jedoch vorher, wie gross die Voliere eines potenziellen Käufers ist, wie es um seine Vorkenntnisse steht und ober er genug Zeit hat, dem Hörnchen regelmässigen Freilauf zu gewähren – …ansonsten geht es ihm nur ums Geld!

• Beratung vor und nach dem Kauf des Jungtieres
Bietet ein Züchter eine Beratung vor und nach dem Kauf an?


Nicht selten hören wir von verunsicherten Neuhaltern, dass sie ihre Züchter nach erfolgtem Kauf nicht mehr erreichen können oder diese keine Auskunft mehr erteilen wollen.
Ein Züchter sollte angehenden Hörnchen- Haltern sowohl vor, als auch nach dem Kauf des Tieres mit Rat und Tat zur Seite stehen. Besonders bei Neuhaltern ist das sehr wichtig und gehört unserer Ansicht nach zu einem guten, seriösen Service dazu.

• Abgabe von Jungtieren für die Paarhaltung in einer nicht trennbaren Voliere
Verkauft oder bietet ein Züchter ohne Fragen zu stellen mehrere Streifenhörnchen an?


In Foren kann man immer wieder lesen, dass unerfahrenen Haltern gleich zwei Streifenhörnchen (Burunduks) aufs Mal verkauft werden. Oftmals handelt es sich dabei sogar um Geschwister. Den Käufern wird weis gemacht, dass sich diese gut vertragen sollen.
Ein seriöser Züchter gibt keine Jungtiere an Halter ab, welche die Hörnchen gemeinsam in einer Voliere halten wollen (Burunduks sind Einzelgänger!!!). Ausnahmen können evtl. bei sehr, sehr grossen, abtrennbaren Aussenvolieren und bei Haltern gemacht werden, die den Hörn-chen ein eigenes, grosses Zimmer zur Verfügung stellen können.
Bei Baumstreifenhörnchen sind die Verhältnisse genau umgekehrt. Diese sind Gruppentiere und dürfen nicht als Einzeltiere gehalten werden! Entsprechend sollte da ein seriöser Züchter nachfragen, ob ein einzelnes Tier für eine Vergesellschaftung vorgesehen ist. Ansonsten sollte er die Käufer darauf aufmerksam machen, dass es nicht artgerecht ist Baumstreifenhörnchen einzeln zu halten.

• Abgabe eines Zertifikats/ einer Urkunde/ eines Zuchtausweises o.ä.
Gibt der Züchter den Käufern ein Dokument mit den Angaben zu den Eltern/ Geburtstermin etc. ab?


Leider bieten das die wenigsten Züchter an. Dabei hält sich der Aufwand für eine derartige Dienstleistung in Grenzen. Wenn sich alle Züchter dazu durchringen könnten, wäre es wesentlich einfacher, eine Übersicht darüber zu gewinnen, woher die Streifenhörnchen und deren Vorfahren stammen. Das wiederum könnte dazu beitragen, ungewollte Inzuchten zu vermeiden.

• evtl. Abgabe von schriftlichem Infomaterial
Stellt ein Züchter (Neu-) Haltern Infomaterial zur Verfügung?

Leider ist das eher die Ausnahme, als die Regel. Die meisten Züchter wollen oder können diesen Service nicht anbieten.
Besonders bei Hörnchen- Neuhaltern wäre jedoch hilfreich, schriftliche Tipps zur Eingewöhnung und Haltung abzugeben. Der Aufwand für diese einfache Dienstleisung hält sich in Grenzen, käme aber sowohl Haltern, als auch Jungtieren zugute.

Fazit:
Wir persönlich sind der Meinung, dass nichts gegen kleine Hobby-Zuchten spricht, sofern die Züchter sich vorher ernsthaft darauf vorbereitet und nicht einfach darauf los experimentiert haben.
Nicht selten sind es gerade die Jungtiere aus überschaubaren, kleinen Zuchten, die besonders zutraulich sind, weil die Züchter sich entsprechend viel Zeit für die Jungtiere nehmen, um sie an die Hand zu gewöhnen.
Meist ist auch der Service bei Hobby- Züchtern viel kundenorientierter und freundlicher, als bei Grosszüchtern und deshalb fühlen sich besonders Neuhalter besser getragen.
Angehende Neuhalter können Anhand von gezielten Fragen leicht herausfinden, ob sie einem seriösen Züchter gegenüberstehen oder einem reinen „Geschäftsmann“.


Liebe Grüsse
Layla & Micha

Text und Fotos Copyright by Michael Hemmi und Layla B.


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
http://www.burunduk.ch
zuletzt bearbeitet 12.02.2012 23:26 | nach oben springen

#2

RE: Was macht einen seriösen Züchter aus?

in Fragen vor der Anschaffung 12.02.2012 23:24
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Hallo

Zu eurer Info: ich habe dieses Top- Thema heute bearbeitet und noch ein wenig ergänzt...


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
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