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Warum Streifenhörnchen nicht über die Strasse laufen

in Wissenschaft in Bezug auf Hörnchen 11.07.2010 17:30
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Kleine Säuger fürchten sich nicht vor Autos, sondern vor den freien Flächen

Kleine Säugetiere meiden Strassen wegen der offenen Fläche und nicht aufgrund des Verkehrs. Das berichten kanadische Wissenschaftler, die das Verhalten von gut vierhundert Streifenhörnchen und Weissfussmäusen in der Natur beobachtet haben. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Tier einen bestimmten Ort erreicht, hängt von der Anzahl der zu querenden Strassen ab und nicht davon, wie stark die Strassen befahren sind, fanden die Forscher um Lenore Fahrig aus Ottawa heraus.



(Tamias striatus)

Strassen teilen natürliche Lebensräume und trennen Tierpopulationen, was gravierende Auswirkungen auf bedrohte Tierarten haben kann. Studien an Amphibien und Reptilien zeigten eine besorgniserregende Sterberate durch den Strassenverkehr, erläutert Fahrig. Kleine Säugetiere scheinen hingegen den Autos besser ausweichen zu können. Trotzdem meiden sie Strassen und überqueren diese nur zögerlich. Bislang wussten Forscher nicht, ob die Ursache dafür die Strasse selbst ist oder die lärmenden Autos darauf.

Um das zu klären, markierte das Team aus Biologen Streifenhörnchen (Tamias striatus) und Weissfussmäuse (Peromyscus leucopus), die sie dadurch verfolgen konnten. Die Forscher setzen die Tiere an Orten aus, an denen die Säuger durch eine unterschiedliche Zahl von Strassen von ihrer Heimat getrennt waren, und beobachteten dann, wie sich die Strassen und die Stärke des Verkehrs auf das Heimkommen der Tiere auswirkten.



(Peromyscus leucopus)

Einige der Strassen, die zu queren waren, werden sehr wenig befahren, andere werden täglich von mehr als 15.000 Fahrzeugen genutzt. War keine Strasse zu überqueren, fanden knapp achtzig Prozent der Tiere zurück. Wenn eine Strasse passiert werden musste, waren es noch gut fünfzig Prozent. Bei mehreren Strassen sank die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere ans Ziel kamen, mit jedem Verkehrsweg um die Hälfte.

Die Verkehrsdichte hatte jedoch keinen Einfluss auf die Anzahl, berichten die Wissenschaftler. Der Lärm und der Verkehr stelle für die Tiere kein Problem dar, so die Forscher. Denn in Gebieten, die an Strassen angrenzen, lebten ebenso viele Kleinsäuger wie in Gebieten weit abseits von Strassen. "Sie meiden gepflasterte Strassen, aber es macht ihnen nichts aus, in ihrer Nähe zu sein", erklärt Fahrig.

Grosse Tiere zum Beispiel verhalten sich anders: Studien zeigen, dass Strassenverkehr Elche, Hirsche und Rehe abschreckt. Naturschützer haben eine Vielzahl von Ansätzen, um die Wanderung von Tieren weiterhin zu ermöglichen wie das Sperren von Strassen, die Kontrolle des Verkehrs oder den Bau von Tunneln. Aber bislang gibt es noch keine einheitliche Lösung, die auf alle Tierarten passe, erläutert Fahrig.

Originalarbeit: Rachelle Mcgregor (Carleton Universität, Ottawa) et al.: Journal of Applied Ecology, Onlinevorabveröffentlichung

ddp/wissenschaftde – Gesa Graser

Gefunden auf:
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/285756.html

Bearbeitet von Layla


Liebe Grüsse
Layla


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zuletzt bearbeitet 08.01.2012 16:17 | nach oben springen





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