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#1

Hörnchen mit Extra-Biss

in Wissenschaft in Bezug auf Hörnchen 12.07.2010 16:05
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Hörnchen mit Extra-Biss


Auch im possierlichen Streifenhörnchen steckt ein Tiger – zumindest in seinen Kaumuskeln. Amerikanische Biologen haben entdeckt, dass einige Nagetiere ein Muskelprotein bilden, das bislang als typisch für Räuber wie Grosskatzen, Krokodile und Haie galt.





Peter Reiser und seine Kollegen von der Ohio State University konnten das Protein bei gleich vier Vertretern der Hörnchen nachweisen. Alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie harte Nussschalen knacken. Bei zwei weiteren Arten, die Löcher in die Schalen nagen, um an den Inhalt heranzukommen, war das Protein dagegen nicht zu finden, berichten die Forscher im “Journal of Experimental Biology”.

Bei dem Protein handelt es sich um eine Variante des Muskelproteins Myosin. Ursprünglich als “superschnelles” Myosin bezeichnet, scheint dieses Myosin Heavy Chain M (MHC-M) den Muskelfasern vornehmlich eine besonders starke Kraftentfaltung zu ermöglichen. Reiser und andere Forscher sprechen daher lieber vom “Kau-Myosin”.

Bislang war man davon ausgegangen, dass die Nager und andere Wirbeltiergruppen die Myosinvariante im Laufe der Evolution verloren haben. Eine Studentin Reisers fand im Rahmen ihrer Semesterarbeit jedoch Hinweise darauf, dass die Variante in den Kaumuskeln des Grauhörnchens vorkommt. Weitere Untersuchungen bestätigten den Fund und ergaben, dass das “Kau-Myosin” auch dem Biss von Fuchshörnchen, Murmeltieren und Streifenhörnchen besonderen Nachdruck verleiht. Bei Gleithörnchen und Rothörnchen war es dagegen nicht nachweisbar.

Nach Ansicht Reisers und seiner Kollegen wirft ihre Entdeckung ein neues Licht auf die Konkurrenz zwischen amerikanischem Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) und europäischem Eichhörnchen (Sciurus vulgaris). Ersteres wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf die britischen Inseln und nach Italien gebracht und hat seitdem seinen einheimischen Verwandten gebietsweise verdrängt. Der Grund dafür könnte in einer unterschiedlichen Ausstattung mit Myosinvarianten liegen, vermuten die Forscher. Der Nachweis, dass es dem Eichhörnchen an Biss fehlt, steht allerdings noch aus.

Forschung: Peter J. Reiser, Sabahattin Bicer, Qun Chen, Lin Zhu und Ning Quan, Department of Oral Biology, Ohio State University, Columbus
Veröffentlichung Journal of Experimental Biology, Vol. 212, pp 2511-9, DOI 10.1242/jeb.031369

Gefunden auf: http://www.scienceticker.info/2009/08/03...mit-extra-biss/


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
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zuletzt bearbeitet 25.09.2010 19:26 | nach oben springen

#2

RE: Hörnchen mit Extra-Biss

in Wissenschaft in Bezug auf Hörnchen 25.09.2010 19:29
von mad | 711 Beiträge

Hallo

bedeutet das, dass unsere kleinen Streifis mehr Bisskraft besitzen, als Eichhörnchen?

Wenn das stimmt, dann hoffe ich um so mehr, dass meine Blanchette nicht doch plötzlich zu herbsteln beginnt und zubeisst!


LG

mad


Tiere sind die besseren Menschen!

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#3

RE: Hörnchen mit Extra-Biss

in Wissenschaft in Bezug auf Hörnchen 27.09.2010 22:12
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Hallo mad

Ich habe keine Erfahrungen mit Eichhörnchen gemacht, aber wenn ich die geknackten Haselnüsse im Wald und die unserer Streifis vergleiche, dann fällt mir auf, dass die Haselnussschalen im Wald oft einfach ein Loch haben, während unsere Streifis die Haselnüsse Spalten, so dass in der Regel 2 Schalen- Hälften übrig bleiben.

Ich denke du brauchst keine Angst vor Blanchette zu haben. Auch wenn es tatsächlich bissige Streifis gibt, so beissen sie in der Regel nicht voll zu. Es sind viel mehr Warnbisse, als "echte Verteidigungsbisse". Meist ist der Schreck daher grösser als der Schmerz!


Liebe Grüsse
Layla


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zuletzt bearbeitet 27.09.2010 22:13 | nach oben springen

#4

RE: Hörnchen mit Extra-Biss

in Wissenschaft in Bezug auf Hörnchen 28.09.2010 09:28
von Ösi | 811 Beiträge

Zitat

Nach Ansicht Reisers und seiner Kollegen wirft ihre Entdeckung ein neues Licht auf die Konkurrenz zwischen amerikanischem Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) und europäischem Eichhörnchen (Sciurus vulgaris). Ersteres wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf die britischen Inseln und nach Italien gebracht und hat seitdem seinen einheimischen Verwandten gebietsweise verdrängt. Der Grund dafür könnte in einer unterschiedlichen Ausstattung mit Myosinvarianten liegen, vermuten die Forscher. Der Nachweis, dass es dem Eichhörnchen an Biss fehlt, steht allerdings noch aus.



Dass die Eichhörnchen weniger werden liegt nicht an der Bisskraft der Grauhörnchen, oder an den Kämpfen zwischen Eich und Grauhörnchen sondern eher daran dass die Grauhörnchen bei ihrer Aussiedelung eine Viruskrankheit verbreiteten gegen die sie selber Immun sind, für die Eichhörnchen jedoch tödlich ist!
Habe euch folgendes darüber reinkopiert:

Parapoxvirus

Der rasche Rückgang der Europäischen Eichhörnchen und die gleichzeitige Expansion der Grauhörnchen in gemeinsamen Vorkommensgebieten – insbesondere in Großbritannien – soll auch auf einen Parapoxvirus zurückzuführen sein. Die sogenannten „Eichhörnchen-Pocken“ lösen eine hohe Sterblichkeit unter den roten Eichhörnchen aus, während die Grauhörnchen gegen den von ihnen eingeschleppten Erreger immun sind. Die Übertragung der Viren geschieht vermutlich vor allem durch die nacheinander erfolgende Nutzung desselben Nestes. Da es weder Impf- noch Heilmittel gegen die Krankheit gibt, unterstützen diese Erkenntnisse die Forderung nach speziellen „Eichhörnchen-Reservaten“, die von Grauhörnchen freigehalten werden.


LG Peter
Ich kann jederzeit meine Meinung ändern, nur muss ich vorher eine gehabt haben!

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#5

RE: Hörnchen mit Extra-Biss

in Wissenschaft in Bezug auf Hörnchen 28.09.2010 13:09
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Hallo Peter

Ja, das mit dem Virus habe ich auch schon gehört. Die Schweizer sind deshalb sehr besorgt, weil die infizierten Grauhörnchen von Italien her in die Schweiz einwandern. Im Tessin (italienische Schweiz) sind schon Grauhörnchen gesichtet worden. Gewarnt durch die Situation in England und Italien versuchen die Schweizer nun einen Impfstoff oder ein Verhütungsmittel zu finden. Ausserdem versuchen sie zu verhindern, dass die Grauhörnchen über die Alpen in die restliche Schweiz auswandern können. Denn wenn das geschieht, dann werden auch die angrenzenden Länder in Europa schnell von der Invasion der Grauhörnchen betroffen sein.

Ich werde mich mal umsehen, ob ich das Positionspapier des Bundes zu diesem Thema nochmals finden kann. Wenn ich mich richtig erinnere, sind die Kantone angehalten, Sichtungen von Grauhörnchen zu melden. Als invasive Art, die eine grosse Gefahr für die einheimischen Hörnchen darstellt, will man deren Ausbreitung um jeden Preis verhindern.

Auch freilebende Streifenhörnchen- Populationen in der Schweiz werden nicht gerne gesehen, aber gewissermassen geduldet und genau beobachtet. Da sie keine direkte Gefahr für die einheimischen Eichhörnchen darstellen, sind die Abwehrmassnahmen diesbezüglich nicht so streng.

Nachtrag: Das erwähnte Positionspapier des Bundes habe ich auf die Schnelle nicht finden können. Aber es gibt einen Bericht dazu von der European Squirrel Intiative zu diesem Thema:



Bericht European Squirrel Intitiative


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
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zuletzt bearbeitet 28.09.2010 13:54 | nach oben springen

#6

RE: Hörnchen mit Extra-Biss

in Wissenschaft in Bezug auf Hörnchen 28.09.2010 20:32
von mad | 711 Beiträge

Hmm

Kampf den Grauhörnchen! Für unsere herzigen einheimischen Eichhörnchen!

Ich bin mal gespannt, was sich Bund und Kantone im Kampf gegen die grauen Invasoren einfallen lassen!


LG

mad


Tiere sind die besseren Menschen!

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#7

RE: Hörnchen mit Extra-Biss

in Wissenschaft in Bezug auf Hörnchen 03.10.2010 17:33
von Andy | 276 Beiträge

Hallo Mad

Ich kann mir vorstellen, dass dieses Thema noch zu grossen Diskussionen führen wird.
Anscheinend ist es nur eine Frage der Zeit bis die Grauhörnchen auch die Schweiz erreichen.
Die einheimischen Tierarten müssen dafür geschützt werden, auch mich interessiert es was sich unsere Politiker und Tierschützer einfallen lassen.

Gruss Andy


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