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Allgemeine Hinweise zum Thema Zucht

in Paarung, Zucht & Aufzucht 06.07.2010 16:32
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Definition von Zucht (Wikipedia)
Unter Zucht versteht man die kontrollierte Fortpflanzung mit dem Ziel der genetischen Umformung. Dabei sollen gewünschte Eigenschaften verstärkt und unerwünschte Eigenschaften unterdrückt werden. Um die Ziele zu erreichen, werden durch den Züchter oder die Züchterin Leistungsprüfungen für eine Zuchtwertschätzung durchgeführt, um dann gezielt Individuen mit gewünschten Eigenschaften durch Selektion zu wählen und gezielt miteinander zu kreuzen oder zu verpaaren. Es können auch auf künstlichem Weg Mutationen ausgelöst oder Organismen gentechnisch modifiziert werden. Neue Pflanzensorten oder Tierrassen werden als Neuzüchtungen bezeichnet, diese unterliegen gesetzlichen Bestimmungen.

Züchter – Hobbyzüchter
Streng genommen gibt es keine professionellen Streifenhörnchen-Züchter (wie etwa bei der Vieh- und Nutztierzucht), weil es weder einen Zuchtverband gibt, der sogenannte Rasse- und Zuchtkriterien, sowie Minimalstandards für Zuchtbetriebe definiert, noch ein Zuchtregister existiert, wo die gezüchteten Tiere mit entsprechenden Daten und Zuchtnummern eingetragen werden müssen. Folgedessen gibt es auch keine Qualitätsprüfungen durch offizielle, akkreditierte Verbände, welche die Haltungsbedingungen, Richtlinien und die Zuchtbücher der Züchter überprüfen, sowie Zertifikate/ Gütesiegel verteilen oder entziehen können.
Somit entfällt die bisweilen müssige Diskussion/ Frage, welche Streifenhörnchen Züchter für sich den Titel „professioneller“ Züchter in Anspruch nehmen dürfen und welche nicht. Streifenhörnchen- Züchter fallen also per definitionem unter den Begriff Hobbyzüchter (oder Kleintierzüchter).
Dennoch gibt es gravierende Unterschiede zwischen den verschiedenen Züchtern. Während die einen salopp gesagt, „der Natur ihren freien Lauf lassen“ und ohne nennenswerte Vorbereitung einfach aufs Geratewohl zwei Streifenhörnchen verpaaren, nehmen die anderen diese verantwortungsvolle Aufgabe sehr ernst. Sie bereiten sich seriös auf die Zucht vor und hinterfragen ihre Methoden immer wieder selbstkritisch, um die Qualität ihrer Zucht kontinuierlich zu verbessern.

Stammbaum und Zuchtbuch
Um eine seriöse Zucht zu betreiben, sollte man detaillierte Kenntnis über den Stammbaum/ die Abstammung der Zuchttiere haben, um Inzucht, unerwünschte Vererbungsmerkmale und Erbkrankheiten so gut wie möglich ausschliessen zu können. Nur wenn ein Züchter seine Tiere gut kennt, ist er in der Lage abzuschätzen, welche Tiere er verpaaren kann.
Ausserdem sollte der Züchter ein Zuchtbuch führen, und alle Informationen/ Erkenntnisse säuberlich und konsequent eintragen (siehe Stammbaum & Zuchtbuch).

Prüfung und Selektion
Vor jeder Verpaarung sollten die Zuchttiere einer Prüfung unterzogen werden. Um den „Zuchtwert“ zu bestimmen sollte man immer das Zuchtbuch konsultieren und den Phänotyp (falls möglich auch den Genotyp) des Zuchtpaares und der seiner Eltern, Geschwister und Nachkommen in die Erwägungen mit einbeziehen. Nur wenn sich in dieser Zuchtlinie keine phänotypischen Auffälligkeiten (Missbildungen, Zahnfehlstellungen, Diabetes, Seh- und Hörschwächen usw.) gezeigt haben, sind die Tiere für eine Verpaarung geeignet.
Auch wenn das Zuchtpaar gesund ist, kann es vorkommen, dass sich überraschend ein Gen-Defekt bei einem der Jungen manifestiert. In diesem Fall dürfen die Eltern nicht mehr für die Zucht verwendet werden, weil sie demzufolge beide Anlageträger dieses Gen-Defekts sind. Das gilt auch für die Geschwister, weil auch sie genotypische Träger dieses Defekts sein könnten.
Natürlich sollten die Zuchttiere auch sonst gesund und vital sein, besonders das Muttertier. Erfahrungen aus der letzten Zuchtperiode sollten herbeigezogen werden, denn wenn beispielsweise die Mutter übergebührlich nervös war oder ihre Jungen schlecht versorgt hat, sollte sie besser nicht mehr verpaart werden.
Nicht unerheblich sind auch verhaltenstypische Merkmale. Sehr scheue, überängstliche, aggressive oder sonst irgendwie verhaltensgestörte Hörnchen sollten ebenfalls nicht für die Zucht verwendet werden, denn für die Sozialisation der Jungtiere spielt die Mutter eine entscheidende Vorbildrolle.

Verpaarung von verschiedenen „farbigen“ Hörnchen
Bei der Verpaarung sollte man die Vererbungslehre von Mendel stets im Auge behalten, denn auch die Farben werden dominant-rezessiv vererbt, wobei der Wild-Typ immer dominant ist.
Bei intensiven Farbzuchten kann es zu fehlerhaften Genen kommen, die beispielsweise zu Blind- oder Taubheit führen können, deshalb ist es wichtig, niemals zwei weisse Hörnchen zu verpaaren. Am besten ist es, wenn man bei der Züchtung von Farbschlägen jeweils ein naturfarbenes Hörnchen beizieht, weil diese meist robuster sind und die Risiken für Fehlbildungen vermindert werden. Will man einen Wurf mit "gemischten" Jungtieren, so empfiehlt es sich, ein reinerbiges und ein mischerbiges Hörnchen für die Zucht zu verwenden, denn dadurch erhöhen sich die Chancen für einen gemischten Wurf.

Inzucht/ Linienzucht
Inzucht ist verständlicherweise ein sehr umstrittenes Thema, das die Gemüter immer wieder stark erhitzt und in Internetforen zu hitzigen „Wortgefechten“ führt. Im Allgemeinen hat die Inzucht einen sehr negativen Anstrich. Aber dabei wird oft vergessen, dass bei praktisch allen Tierarten, die systematisch gezüchtet wurden/ werden, regelmässig und gezielt Inzucht betrieben wird, um Zuchtmerkmale zu fördern und unerwünschte Eigenschaften heraus zu züchten.
Infolge einer intensiv betriebenen Inzucht über mehrere Generationen kann es jedoch zu einer Inzuchtdepression kommen. Die Symptome einer Inzuchtdepression sind eine Reduktion der Fitness, eine verminderte Krankheitsresistenz und Fruchtbarkeit und kleiner werdende Nachkommen. Sobald neues Blut in die Zuchtlinie kommt, verschwinden in der Regel die Symptome der Inzuchtdepression sofort wieder. Dies gilt allerdings nicht für manifestierte Gen-Defekte!
In der Natur kommt Inzucht immer wieder vor, vor allem bei Tieren welche in Familienverbänden oder Kolonien leben. Besonders wenn kleine Tierpopulationen völlig abgeschnitten von anderen Tieren ihrer Art leben (z.B. auf Inseln) entsteht über viele Generationen hinweg fast zwangsläufig Inzuchten.
Im selben Masse, wie negative Eigenschaften durch die abnehmende Genvielfalt begünstigt werden, können sich aber auch positive Merkmale verstärken. Diesen Umstand machen sich Züchter zunutze, um mit Hilfe der Inzucht ganz bestimmte Zuchtziele zu erreichen. In diesem Fall spricht man von Linienzucht. Damit sind jedoch nicht einzelne Inzucht-Verpaarungen gemeint, sondern ein aufwändiges Zuchtprogramm, das im Idealfall mehrere Zuchtlinien umfasst, die parallel nebeneinander laufen und sehr ähnliche Eigenschaften aufweisen.

Inzestzucht
Inzestzucht ist eine extreme Form der Inzucht. Damit sind Verpaarungen gemeint, die ersten Grades miteinander verwandt sind. Also Vater – Tochter, Mutter – Sohn oder Vollgeschwister. Solche Verpaarungen werden von den Zuchtverbänden vieler Tierarten grundsätzlich abgelehnt und nur noch in Ausnahmefällen bewilligt.

Liebe Grüsse
Layla & Micha

Text und Fotos Copyright by Michael Hemmi und Layla B.


Liebe Grüsse
Layla


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zuletzt bearbeitet 16.07.2010 19:36 | nach oben springen





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