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#1

Gencodes für Streifenhörnchen

in Paarung, Zucht & Aufzucht 13.07.2010 15:22
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Ursprüngliche „Farbvarianten“ bei Streifenhörnchen

Trotz intensiven Recherchen und etlichen Nachfragen bei Züchtern konnten wir noch keine einheitlichen Gencodes für die verschiedenen Farbschläge oder anderen phänotypischen Merkmale für Streifenhörnchen finden.

Der Grund für diese Uneinigkeit liegt wohl darin, dass es bisher noch keinen offiziellen Zuchtverband gibt , der solche Richtlinien festlegt, wie dies beispielsweise bei Hunden, Katzen, Kaninchen, Hamstern, Mäusen usw. der Fall ist. Die Zucht von Streifenhörnchen ist im Vergleich zu den genannten Tierarten eben noch eine sehr junge Disziplin. Man könnte sagen glücklicherweise, denn dadurch halten sich die Zuchtschäden bisher in einem begrenzten Rahmen.

Eines jedenfalls ist klar. Anders als beispielsweise bei Hamstern, wo es zig Farbschläge, sowie andere Merkmale wie, langhaarige, seidenfellige, gescheckte, gebandete usw. gibt, ist das phänotypische Spektrum bei Streifenhörnchen beschränkt. Deshalb müssen auch keine derart komplizierten Gencodes verwendet werden.

Ganz unabhängig davon, wie man nun die entsprechenden Gencodes bezeichnen will, ändert dies nichts an den Modellen der Vererbungslehre von Mendel. Einfach gesagt könnte man die Buchstaben einfach auswechseln, wenn es denn jemals dazu kommen sollte, dass sich die Züchter von Streifenhörnchen auf bestimmte, allgemeingültige Gencodes einigen können.

Bis es soweit ist haben wir uns nun „provisorisch“ auf die unten, beschriebenen Gencodes festgelegt, in dem Bewusstsein, dass diese eben nicht als absolut zu betrachten sind:

Naturfarben = Wildtyp – Gencode: BB
immer dominant (evtl. rezessiv gegenüber EE)
andere Bezeichnungen: bb, AA (für Agouti)

Naturfarbene Hörnchen werden auch als Wild-Typ bezeichnet, weil sie die gleiche Farbe haben, wie ihre wild Lebenden Verwandten. Von allen Hörnchen sind sie deshalb die robustesten. Es ist deshalb ratsam, bei der Zucht von anderen „Farbschlägen“ immer ein naturfarbenes Hörnchen beizuziehen.
Der Agoutilocus ist das Gen für das Agouti signaling peptide (ASIP), dessen Funktion gleichzeitig durch den Melanocortinrezeptor (MC1R) beeinflusst wird, der wiederum vom Extension-Locus ver-schlüsselt wird.
Über das Agouti Gen werden die Pigmentzellen durch ihre Lokalisation und das umgebende Zellmilieu beeinflusst und die Verteilung schwarzer und gelber Pigmente kontrolliert. Dadurch entstehen sowohl die helle und dunkle Bänderung einzelner Haare der Wildfärbung vieler Tierarten als auch die Verteilung über den ganzen Körper, wie beispielsweise die Streifen bei den Streifenhörnchen.


Zimt = Phäomelanin – Gencode: pp
dominant gegenüber xx, cc, dd – rezessiv gegenüber BB, EE
andere Bezeichnungen: zz (zimt), blbl (brown light) bb, rr (red)

Bei Streifenhörnchen ist Zimt oder Cinnamon ein Farbschlag, der vom Braunton naturfarbener Streifenhörnchen abweicht. Die Farbe ist etwas heller und hat einen wärmenden, rötlichen Ton.
Der Grund dafür liegt wahrscheinlich an einer erhöhten Phäomelanin Konzentration im Fell. Melanin, jene Farbpigmente, welche für die Farbgebung der Haare, der Haut und der Augen verantwortlich ist, tritt gewöhnlich in einer Mischung aus zwei Varianten auf:
Während Eumelanin für schwarze und braune Farbtöne massgebend ist, beeinflusst das Phäomelanin die Rot-, Hellbraun- und Blondtöne.
So gesehen handelt es sich bei „zimt“ um keine eigene Farbe, sondern um einen Farbschlag/ Farbvariante des Wildtyps, der mehr oder weniger ausgeprägt ist. Auch die Fellfarbe naturfarbener Hörnchen wird im Herbst oft etwas rötlicher.
DIE Zimtfarbe gibt es also nicht, sondern es gibt Abstufungen von stark bis schwach rötlich, bis hin zu eher blondrötlich.


Weiss ohne rote Augen = Leuzismus – Gencode: xx
immer rezessiv
andere Bezeichnungen: ww (weiss), vv (international für Leuzismus)

Leuzismus ist eine Defekt- Mutation, bei der das Fell weiss und die darunterliegende Haut rosa ist, da die Haut keine Melanozyten (farbstoffbildende Zellen) enthält. Der Grund dafür ist, dass in der früh-embryonalen Entwicklung diese Fehlentwicklung dazu führte, dass keine oder nur sehr wenige Melanoblasten aus der Neuralleiste auswandern konnten. Damit gibt es an der Körperoberfläche keine pigmentbildenden Zellen mehr. Bereiche, die mit dem Zentralnervensystem unmittelbar zusammen-hängen, besonders die Augen, haben meist zumindest eine gewisse Anzahl pigmentbildender Zellen, so dass die Augen von leuzistischen Tieren hellbraun oder dunkelblau bis orange gefärbt sind. (Auf Fotos leuchten sie jedoch aufgrund des Blitzes oft rot). Ausserdem haben die Streifenhörnchen mit Leuzismus hellbeige bis gräuliche Streifen auf dem Rücken.
Hörnchen mit Leuzismus sind aufgrund des fehlenden Melanins lichtempfindlicher als naturfarbene. Das sollte insbesondere bei der Aussenhaltung berücksichtigt werden.
In der freien Natur würden es diese Hörnchen schwer haben, zu überleben, weil ihr Fellkleid zu auffällig ist. Deshalb gibt es in der Wildnis nur wenige Hörnchen mit Leuzismus.
Es wird oft behauptet, dass leuzistische Streifenhörnchen blind oder taub sind, bzw. dass sie aufgrund einer Sehschwäche Gleichgewichtsstörungen haben und deshalb nur eingeschränkt Klettern und Springen können.
Tatsächlich kann es vorkommen, dass sie ähnliche Probleme und Krankheitssymptome aufweisen, wie Albinos. Doch das ist meist auf einen Zuchtschaden durch eine intensive „Weisszucht“ zurückzuführen. Ein Anzeichen dafür ist ein auffälliges Wackeln mit dem Kopf, um besser fokussieren zu kön-nen.
Wir hatten ein leuzistisches Jungtier (Ayla) aus einer Verpaarung zweier naturfarbener Streifenhörnchen und konnten bei Ayla keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen feststellen. Ganz im Gegenteil: Ayla war ein äusserst robustes und agiles Streifenhörnchen, das beispielsweise weniger saisonbedingte Gewichtsschwankungen hatte, als unsere anderen Streifenhörnchen.
Und auch Amadeus, unser weisses „Notfallhörnchen“ zeigt keinerlei Anzeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung und erfreut sich bester Gesundheit.


Weiss mit roten Augen = Albinismus – Gencode: cc
immer rezessiv
andere Bezeichnungen: ww (weiss), aa (farblos)

Im Gegensatz dazu sind beim Albinismus die Zellen zwar vorhanden, aber unfähig den Farbstoff Melanin zu bilden. Durch diese Pigmentstörung erscheint das Haarkleid bei einem vollständigen Albinismus weiss (ohne beige Streifen) und auch die Augen erscheinen rot, ganz unabhängig davon, welche Augenfarbe das betreffende Tier ohne Albinismus hätte. Albinismus kann bei jeder Tierart und auch bei Menschen auftreten, kommt aber bei Hörnchen sehr selten vor.
In der freien Natur würden es diese Hörnchen ebenfalls schwer haben, zu überleben, weil ihr Fellkleid zu auffällig ist. Deshalb gibt es in der Wildnis nur wenige Albino- Hörnchen.
Ausserdem sind Albinos aufgrund des fehlenden Melanins überaus lichtempfindlich, haben eine verminderte Sehschärfe und ein gestörtes räumliches Sehen. Dadurch haben Albinos nicht selten Gleichgewichtsstörungen und deshalb Mühe, beim Klettern und Springen die Distanzen richtig einzuschätzen.
In der Zucht spielen Albinos, im Gegensatz zu leuzistischen Streifenhörnchen, daher eine sehr unter-geordnete Rolle, weil sie aufgrund ihrer Krankheitsanfälligkeit auf dem Markt nicht gefragt sind.


Neuere „Farbvarianten“ bei Streifenhörnchen

Die folgenden Farbvarianten sind noch sehr selten und daher sind die Bezeichnungen, sowie die Angaben über die Vererbung (dominant oder rezessiv) noch mit Vorsicht zu geniessen!


Wichtige Anmerkung:
Viele (angehende) Streifenhörnchen- Halter sind sich leider nicht bewusst, dass sie mit ihrem Kaufverhalten, den Markt entscheidend beeinflussen und mit ihrem Verlangen nach „exotischen“ Farbvarianten wesentlich dazu beitragen, gewissenlose Züchter zu motivieren, herumzuexperimentieren. Denn:

Wo es keine Nachfrage gibt, da gibt es auch keinen Markt!


Dunkelbraun/ Schwarz = Melanismus – Gencode: EE (Extension)
dominant gegenüber xx, cc, dd – eventuell auch gegenüber BB
andere Bezeichnungen: aa (schwarz/ Nonagouti)

Bisher haben wir noch keine Bilder von schwarzen Burunduks gefunden, aber ausgeschlossen ist das nicht, denn bei den amerikanischen Chipmunks hat es schon schwarze Fellfarben gegeben.
In der wissenschaftlichen Literatur sowie in der Tierzucht wird der Begriff "Melanismus" häufig bei einer übermässigen Pigmentierung, also bei einer deutlichen Abweichung von der Norm verwendet. Ein melanistisches Tier (auch Schwärzling genannt) ist im Gegensatz zur üblichen Farbgebung seiner Art komplett schwarz gefärbt. Die bekanntesten Schwärzlinge sind die schwarzen Panther.

Melanismus gibt es in unterschiedlichen Abstufungen. Man unterscheidet dabei:
• Abundismus: hier tauchen neue dunkle Zeichnungselemente auf
• Nigrismus: hier werden nur vorhandene dunkle Zeichnungselemente grösser.
• Skotasmus: hier besteht völlige Verdunkelung, bzw. komplette Schwarzfärbung

Melanismus entsteht gewöhnlich durch die Mutation eines der Gen-Loci, die für die Fellmusterung zuständig sind. Dazu zählen der Agouti-Locus (A) und der Extension-Locus (E). Genetisch sind völlig braune oder gelbe Tiere ohne schwarze Farbpigmente das Gegenteil des Melanismus.
Es gibt ein dominantes Allel des Extension-Locus (E) durch das die betroffenen Tiere unabhängig vom Agouti-Locus vollständig dunkel werden (Melanismus). Durch das rezessive Allel e wird das Fell am ganzen Körper rotgelb, so dass auch der Agoutilocus keine Schwarzfärbung mehr erzeugen kann.
Dem Melanismus entgegengesetzt erscheinen Albinismus und Leuzismus, wobei die Farbpigmente in der Haut bzw. im Fell aus unterschiedlichen Gründen fehlen.

Grau = Dilute – Gencode: dd
dominant gegenüber xx, cc – rezessiv gegenüber BB, pp
andere Bezeichnungen: grgr (grey), sisi (silver)

Grau ist ebenfalls ein Farbschlag, der vom Braunton naturfarbener Streifenhörnchen abweicht. Die Farbe liegt irgendwo zwischen einem verwaschen grau und bräunlich.
Die „grauen“ Hörnchen sind so selten und die Erfahrungswerte im Allgemeinen so gering, dass wir uns kaum wagen irgendwelche Aussagen zu diesem Farbschlag zu machen. Auch die in der Tabelle er-wähnten Bezeichnungen sind daher mit Vorsicht zu geniessen.
Die „grauen“ Hörnchen sind aber so selten und die Erfahrungswerte im Allgemeinen so gering, dass die folgenden Angaben mit Vorsicht zu geniessen sind.
Wahrscheinlich ist das sogenannte Dilute- Gen für diese spezielle Aufhellung verantwortlich. Als Dilute-Gen (engl. dilute „verdünnen“) oder Verdünnungs-Gen werden bei unterschiedlichen Tierarten ver-schiedene Gene bezeichnet, deren Mutationen zu einer Aufhellung der Intensität der Fellfarbe führen.
Myosin 5A ist für den Transport der Melanosomen (Farbstoffkörnchen) zu den Spitzen der Zellausläufer der Melanozyten (Farbstoffbildenden Zellen) zuständig. Dort werden sie an die Zellen, die nachher gefärbt sein sollen übertragen. Die Anzahl Melanosomen ist normal, sie verklumpen aber so miteinander, dass die Farbe dadurch aufgehellt wird. Durch die Konzentration in unregelmässigen Gruppierungen wird die Lichtabsorption vermindert und schwarzes Fell erscheint grau. Zusätzlich ändern sie die Form der Melanozyten und verkleinern die Melaningranula, was die Aufhellung verstärkt.
Das Dilute-Gen rezessiv gegenüber dem Wildtyp-Allel für die unaufgehellte Farbe. Bei einem Teil der durch das Dilute-Gen aufgehellten Tiere ist die Mutation mit Haarausfall und einer Veränderungen der Haarwurzeln verbunden.

Beige/ Hellbraun = Gegenteil Melanismus – Gencode: ee (Non-Extension)
dominant gegenüber xx, cc, rezessiv gegenüber BB, EE
andere Bezeichnungen: blbl (brown light)

Die beigen/ hellbraunen Hörnchen sind erst kürzlich in Zuchten aufgetaucht und daher sind die Erfahrungswerte so gering, dass wir uns kaum wagen irgendwelche Aussagen zu diesem Farbschlag zu machen. Auch die in der Tabelle erwähnten Bezeichnungen sind daher mit Vorsicht zu geniessen.
Da beige Hörnchen noch sehr selten sind, gibt es noch sehr unterschiedliche Vermutungen, wie es zu dieser Farbvariante kommt. Es kommen also verschiedene Möglichkeiten in Frage:
Es könnte sein, dass der Extension-Locus dafür verantwortlich ist. Als Extension-Lokus bezeichnet man den Locus des Gens für das Transmembranprotein MC1R dessen Mutationen im unterschiedlichen Ausmass die Menge des Eumelanins (verantwortlich für Braun- und Schwarztöne) in den Haaren verringern und gleichzeitig die Menge des Phäomelanins (verantwortlich für Rot-, Hellbraun- und Blondtöne) vergrössern oder umgekehrt. So gesehen könnte es also sein, dass ein sehr hoher Anteil an Phäomelanin für die helle Farbe verantwortlich ist (wesentlich mehr als bei zimtfarbenen Hörnchen). Durch das rezessive Allel e wird das Fell am ganzen Körper rotgelb, so dass auch der Agoutilocus keine Schwarzfärbung mehr erzeugen kann. Dazwischen gibt es mehrere Allele, die den Einfluss des Agouti-Gens zulassen, so dass ein Muster möglich wird, beispielsweise Streifen oder Flecken.

Bei den beigen/ hellbraunen Streifenhörnchen könnte es sich aber auch um eine abgeschwächte Form des Leuzismus handeln. Im Vergleich zum "vollständigen" Leuzismus, könnte es sein, dass bei beigen Hörnchen einfach mehr Melanoblasten ausgewandert sind und sich gleichmässig im Körper verteilt haben, weshalb diese Hörnchen nun etwas heller als wildfarbene, aber deutlich dunkler als die allgemein als weiss bezeichneten Hörnchen sind.

Es wäre aber auch möglich, dass das sogenannte Dilute- Gen für diese spezielle Aufhellung verantwortlich ist. Als Dilute-Gen (engl. dilute „verdünnen“) oder Verdünnungs-Gen werden bei unterschiedlichen Tierarten verschiedene Gene bezeichnet, deren Mutationen zu einer Aufhellung der Intensität der Fellfarbe führen. (Mehr Infos siehe graue Hörnchen)

Wie gesagt bewegen wir uns bei beigen Hörnchen noch auf „spekulativem Boden“.

Schecken = Abgeschwächte Form des Leuzismus – Gencode: ss
dominant gegenüber xx, cc, – rezessiv gegenüber BB, EE, pp
andere Bezeichnungen: dud (dunkel) und duw (hell)

Gescheckte Streifenhörnchen sind zwar selten, können aber bei allen Säugetieren, also auch bei Streifenhörnchen vorkommen. Schecken sind eine abgeschwächte Form des Leuzismus, also eine Defektmutation. Inzwischen weiss man, dass es mehrere unterschiedliche Gene gibt, deren Mutationen zu Leuzismus und Scheckung führen können.
Die Scheckung entsteht dadurch, dass eines der Gene, welche die Auswanderung der Melanozyten beeinflussen, mutiert ist und deshalb nicht so viele Zellen auswandern und/ oder nicht zu allen Körperstellen gelangen. Bei gescheckten Tieren gelangen die Melanozyten also nicht überallhin, wodurch weisse Flecken entstehen, während an anderen Stellen normal viele Melanozyten vorhanden sind. Je nach Art des mutierten Gens können unterschiedliche Scheckungsmuster entstehen.
Je nach Lage der Flecken und Art des zugrundeliegenden Leuzismus können gescheckte Tiere blaue bis normalfarbene Augen haben, manchmal haben sie auch zwei verschiedene Augenfarben (Iris-Heterochromie). Melanin beeinflusst die Entwicklung der Sehnerven, so dass leuzistische Tiere manchmal eine Sehbehinderung haben, die der Sehbehinderung der Tiere mit Albinismus entspricht.
Wenn die Scheckung durch ein Gen verursacht wird, das die Vorläuferzellen der Ganglionzellen der Hörnerven mit beeinflusst, ist das betroffene Tier schwerhörig oder taub. Nach zunächst ungestörter Entwicklung des Innenohres treten in den ersten Tagen des Lebens degenerative Veränderungen an der Kochlea auf. Die Schwere der Veränderungen im Innenohr kann variieren.
Einzelne Scheckloki führen in der Embryonalentwicklung darüber hinaus zu schweren Missbildungen der betroffenen Tiere, die so weit gehen können, dass Tiere, die auf beiden parallelen Chromosomen das mutierte Gen haben, nicht einmal bis zur Geburt überleben oder kurz nach der Geburt sterben. Von allen Scheckloci gibt es jedoch auch harmlose Mutationen, die lediglich zu weissen Flecken füh-ren.


Änderungsvorschläge?
Falls jemand andere Vorschläge für die Gencode- Bezeichnungen hat oder gar über fundierte Kenntnisse der Genetik verfügt, lassen wir uns gerne belehren. Aber bitte keine Übertragungen von anderen Tierrassen! Es macht unserer Meinung nach keinen Sinn, beispielsweise die Gencodes von Hamstern zu übernehmen.

Liebe Grüsse
Layla & Micha


Text und Fotos Copyright by Michael Hemmi und Layla B.


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
http://www.burunduk.ch
zuletzt bearbeitet 12.02.2012 23:53 | nach oben springen

#2

RE: Gencodes für Streifenhörnchen

in Paarung, Zucht & Aufzucht 16.11.2010 19:52
von Jacky 84 | 218 Beiträge

Hallo,
ich hätte vill ein änderungsvorschlag, wenn ein Naturfarbenes Hörnchen reinerbig ist könnte man es doch bei der Wildfarbenbezeichnung wie bei allen anderen Tieren belassen mit AA für AGOUTI und ansonsten wenn das Naturfarbene Hörnchen mischerbig ist würde BB besser zu erklären sein, findet ihr nicht auch?


Mit freundlichen Grüßen Jana & ihre Tierchen

zuletzt bearbeitet 16.11.2010 19:55 | nach oben springen

#3

RE: Gencodes für Streifenhörnchen

in Paarung, Zucht & Aufzucht 16.11.2010 20:50
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Hallo Jana

Dein Einwand ist durchaus berechtigt. Beim Wildtyp könnte man tatsächlich die Bezeichnung AA für Agouti verwenden. Ich habe deshalb die alternative Bezeichnung auch aufgeführt.

Agouti wird aber, soviel ich weiss eben auch nicht immer mit AA angegeben. Bei Ratten und Hamstern ist das glaube ich so, aber soweit ich weiss, eben nicht bei allen Tieren. Ausserdem wird bei manchen Tieren aa für farblos bei anderen für schwarz verwendet, deshalb haben wir uns schliesslich für BB für den Wildtyp entschieden.

Bei Mischerben würde ich allerdings keine Bezeichnung wie BB verwenden. Da es sich beim Leuzismus nicht um eine Farbvariante, sondern eine Defektmutation handelt ist der Begriff "Mischerbe" etwas verfänglich, weil man denken könnte, die Farbe sei eine Art Mischform. Tatsache ist jedoch, dass alle Mischerben phänotypisch wildfarben sind und alle weissen Hörnchen reinerbig in Bezug auf den Gendefekt.

Deshalb verwenden wir für Mischerben (oder eigentlich besser Spalterben) die Bezeichnung Bx (oder eben Ax), weil das genetische Merkmal des Leuzismus in doppelter Ausführung das Gen für die Braune Färbung des Fells quasi deaktiviert.

Ich weiss, dass es bei Ratten oder Hamstern viel, viel komplizierter ist. In der "Hamster- Gensprache" würde man wahrscheinlich bei einem weissen Hörnchen bb (=inaktiv) und xx (=aktiv) schreiben. Und bei einem Spalterben BB (=aktiv) und XX (=inaktiv) Aber da es bei Streifenhörnchen nicht mehrere Farben nur Farbschläge gibt, halten wir diese Art der Bezeichnung für unnötig kompliziert.

Aber vielleicht können sich auch noch andere Züchter (oder angehende Züchter) dazu äussern. Wir sind offen für eine konstruktive Diskussion...


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
http://www.burunduk.ch
zuletzt bearbeitet 17.11.2010 00:30 | nach oben springen

#4

RE: Gencodes für Streifenhörnchen

in Paarung, Zucht & Aufzucht 16.11.2010 22:54
von streififreunde | 1.728 Beiträge

Hallo

Unten ein Link wie es bei den Hamstern gehandhabt wird. Meines Erachtens jedoch ist dieses Art der Gencodes für Streifenhörnchen viel zu kompliziert, insbesondere deshalb, weil es nicht annähernd so viele Mutationen bei Streifenhörnchen gibt (GsD!!!)

http://hamstergenetik.jimdo.com/genetik/...-richtig-liest/

Hier ein kleiner Auszug:


Der Gencode reiner Wildfarben ist:

AA BB baba CC DgDg dsds EE HrHr LL lglg PP RdRd RuRu RxRx SS sasa sgsg toto uu whwh



Das bedeutet:

Der Hamster ist NICHT schwarz (wird durch AA ausgedrückt), nicht Rust (BB) ohne Weißband (baba), nicht weiß (CC, also weder Albino noch DEW oder Extreme Dilute), nicht Dark Grey (DgDg), nicht Dominant Spot (dsds), nicht Cream (EE), nicht Hairless (HrHr), nicht Langhaar (LL), nicht Light oder Lethal Grey (lglg), nicht Zimt bzw. Rotäugig (PP), nicht Recessive Dappled (RdRd), nicht Ruby Eyed (RuRu), ohne Rexfell (RxRx), nicht spotted bzw. Piebald (SS), nicht Satin (sasa), nicht Silver Grey (sgsg), nicht Yellow bzw. Tortoiseshell (toto bei Weibchen, toY bei Männchen), nicht Umbrous (uu) und auch ohne das Weißbauch-Gen (whwh) - er hat also keine der bislang bekannten Mutationen und ist daher Wildfarben.

Also ehrlich, ich hoffe von ganzem Herzen, dass es bei Streifenhörnchen niemals soweit kommen wird!!!


Liebe Grüsse
Layla


burunduk@gmx.ch
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#5

RE: Gencodes für Streifenhörnchen

in Paarung, Zucht & Aufzucht 17.11.2010 11:13
von Jacky 84 | 218 Beiträge

Zitat von streififreunde
Hallo
Der Gencode reiner Wildfarbenen Hamstern ist:
AA BB baba CC DgDg dsds EE HrHr LL lglg PP RdRd RuRu RxRx SS sasa sgsg toto uu whwh
Das bedeutet:
Der Hamster ist NICHT schwarz (wird durch AA ausgedrückt), nicht Rust (BB) ohne Weißband (baba), nicht weiß (CC, also weder Albino noch DEW oder Extreme Dilute), nicht Dark Grey (DgDg), nicht Dominant Spot (dsds), nicht Cream (EE), nicht Hairless (HrHr), nicht Langhaar (LL), nicht Light oder Lethal Grey (lglg), nicht Zimt bzw. Rotäugig (PP), nicht Recessive Dappled (RdRd), nicht Ruby Eyed (RuRu), ohne Rexfell (RxRx), nicht spotted bzw. Piebald (SS), nicht Satin (sasa), nicht Silver Grey (sgsg), nicht Yellow bzw. Tortoiseshell (toto bei Weibchen, toY bei Männchen), nicht Umbrous (uu) und auch ohne das Weißbauch-Gen (whwh) - er hat also keine der bislang bekannten Mutationen und ist daher Wildfarben.
Also ehrlich, ich hoffe von ganzem Herzen, dass es bei Streifenhörnchen niemals soweit kommen wird!!!


Hallo
Ja das kann ich nur Unterschreiben, ich hoffe auch das es nicht sooooo verzwickt und vielfältig wird wie bei Hamstern und Farbratten:

In der Farbrattenzucht gibt es für die Farbe des Tieres lediglich folgende Loki:
1. A-Lokus = entscheidet ob eine Ratten vom Haar Typ Agouti oder Non-Agouti (Black) wird
2. B-Locus = Chocolate
3. D-Locus = English Blue
4. Gr-Locus = Graphite
5. M-Locus = Mink
6. Mo-Locus = Mock Mink
7. P-Locus = Pink Eyed Dilute
8. R-Lokus = Red Eyed Dilute
9. Rb-Lokus = Russian Blue
10. Pe-Lokus = Pearl (nur sichtbar auf Mink [mm] oder Mock Mink [momo])

Und ihre Zeichnungen:
Black Eyed White h(e)h(e) oder h(re)h(e)
Patched h(e)h(e) oder h(re)h(e)
Masked h(e)h(e)
Capped h(e)h(e)
Bareback h(e)h(e) oder hh(e) / h(s)h(s)
Dalmatian h(e)h(e) oder h(re)h(e)
Opossum h(re)h(e) oder h(re)h
Variegated hh (e)
Hooded hh
Varihooded hh (e) / h (e) h / h(s) h / hh(s)
Variberk Hh (e)
Berkshire Hh
Irish Hh (i), HH (i) Oder Hh
Self HH

Und Besonderheiten der Zeichnungen wie z.Bsp. einen weißen Punkt auf der Stirn
Blazed = h (re) bzw. H (re)
Headspot h (re) bzw. H (re)
Restricted H(Re)H bzw. H(Re)h
Down Under H(Du)H o. H(Du)h h(Du)h
Essex H(ro)H

Demzufolge wird eine Agoutifarbene Self Ratte mit RED tragend so geschrieben mit diesem Gencode

AA-HH-R.E.D. träger (einfaches Beispiel)

Weiteres zu den Farben und den Codes in der Rattenzucht gibt es auch hier nochmal: Rattengenetikcodes


Mit freundlichen Grüßen Jana & ihre Tierchen

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